Blog von Herzens.An.Gelegenheit

Auf unserem Blog findet ihr verschiedene Beiträge zu Single-Sein (eigene Aktionsseite: "Singles: Seize the Day"), Dating, Partnersuche, Berichte unserer Veranstaltungen, diverse andere Beiträge wie Buchempfehlungen und Rezensionen und noch vieles mehr.

 

Schaut doch einfach mal rein und lasst euch inspirieren. 

 

Viel Spaß beim Stöbern :)

 

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Funkenflug #4: Um Segen kann man kämpfen

Andacht von Andrea zu 1. Mose 32

 

Hinter einem ist Jakob her, hinter dem Segen. 

 

Um diesen Segen zu bekommen, hatte er seinen blinden Vater und seinen Bruder Esau betrogen. Durch eine List war es ihm gelungen, den Segen zu erlangen. 

Was ist Segen, wie wirkt er sich aus?

Er wollte unbedingt die Kraft Gottes auf seiner Seite wissen. Er suchte den Schutz und die Sicherheit in unsicheren Zeiten. Er wünschte sich Erfolg in seinem Leben, den ihm Gott schenken konnte. So viele Wege müssen im Leben zurückgelegt werden, so viele Gefahren überwunden. Ein Auskommen muss gefunden werden. Darum tut die positive Wirkung göttlicher Kraft so gut. Segen heißt: das Leben steht auf deiner Seite. Bedrohtes Leben wird geschützt und kann sich entfalten. 

Persönliche Umstände und unser Unvermögen damit immer weise und im Glauben umzugehen

Seine Familie: Jakob hatte schwierige Familienverhältnisse, aber wer hat die nicht? 

  • Isaak und Rebekka => Sie glauben den Zusagen Gottes, sind aber keine Vorbilder im Glauben. 

Isaak ist träge und kommt von sich aus nicht auf die Idee, Jakob gemäß der Prophezeiung Gottes über Esau zu stellen. 

Rebekka: ihn durch Tricks und Hinterlist dazu bringt, Jakob zu segnen. keine Hochachtung gegenüber ihrem Mann. Statt offen mit ihm darüber zu reden, zieht sie hinter seinem Rücken die Fäden. 

  • Esau => mit Zusage Gottes in Berührung gekommen ihr aber nicht geglaubt. Bedeutung der Zusagen Gottes nicht verstanden (dass es ihnen um die Herbeiführung der Herrschaft Gottes über die ganze Erde und seine Verherrlichung geht), glaubt statdessen, die Zusagen Gottes seien dazu da, ihm ein schönes selbstbestimmtes Leben auf der Erde zu ermöglichen. 

 

Jakob selbst: Ja, und er selbst war auch nicht ganz einfach. Aber wer ist das schon? 

 

Er war ein Zwilling, aber der jüngere. In einer Welt, in der der Erstgeborene alle Vorzüge des Rechtes, des Erbes und des Ansehens hatte,

Geburtslegende: der jüngere Zwilling Jakob war dem älteren Esau schon im Mutterleib auf den Fersen war. (1) 

Platz in der Geschwisterkonstellation. Manch einer ringt sein ganzes Leben um die Anerkennung, in seiner Stellung in der Familie. Das ganze Leben wird zur Bühne eines familiären Emanzipationsstrebens. 

Schon immer wäre Jakob gern ein Anderer gewesen. Einer mit mehr Ehre und Macht. Von Anfang an gönnt er seinem Bruder nicht diese mit der Erstgeburt verbundenen Vorzüge. 

von den Zusagen Gottes nicht viel mehr begriffen als Esau (wie er meint, sich die Zusagen aneignen zu können, sprechen dafür). Der Segen Gottes scheint für ihn wie Esau in Gaben zu liegen, nicht in dem Geber. Aber Gott lehrt ihn nach und nach, was es heißt, ihn zu kennen und im Vertrauen auf seine Zusagen zu leben.

Am Ende ist das Verhältnis zu seinem Bruder so kaputt, dass er um sein Leben fürchten muss.(2) 

 

Vor der Rache seines Bruders flieht er nach Haran, der Heimat seiner Mutter, einer Stadt im nördlichen Zweistromland, heute in der Südtürkei gelegen. 

Verheißung Gottes und Jakobs staunende Reaktion.

Gottes Zusage (1. Mose 28, 13-16):

Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks. Das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Deine Nachkommen werden zahlreich sein wie der Staub auf der Erde. Du wirst dich nach Westen und Osten, nach Norden und Süden ausbreiten und durch dich und deine Nachkommen werden alle Sippen der Erde Segen erlangen. 15 Siehe, ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst, und bringe dich zurück in dieses Land. Denn ich verlasse dich nicht, bis ich vollbringe, was ich dir versprochen habe.

 

Er sieht, da ist einer der MICH sieht. 

Mose 28, 20 Jakob machte das Gelübde: Wenn Gott mit mir ist und mich auf diesem Weg, den ich gehe, behütet, wenn er mir Brot zum Essen und Kleider zum Anziehen gibt, 21 wenn ich wohlbehalten heimkehre in das Haus meines Vaters, dann wird der HERR für mich Gott sein 22 und dieser Stein, den ich als Steinmal aufgestellt habe, soll ein Gotteshaus werden. Von allem, was du mir gibst, will ich dir gewiss den zehnten Teil geben.

 

→ Weit weg von seinem Bruder und seinen Problemen.<-- Hier, in der Ferne, ganz anderswo, kommt er zu Familie und einigem Wohlstand. Aber bald ist auch das Verhältnis zu seinem Schwiegervater Laban belastet. Da will Jakob mit seiner ganzen großen Familie, zwei Frauen, zwei Mägden und zwölf Kindern, zurück in sein Heimatland nach Palästina. Je näher Jakob seinem Bruder Esau kommt, desto unheimlicher wird ihm seine Situation. 

Das Hadern

 

 

 

 

 

 

Brutale Angst und Zweifel. Die Realität und die ganze wucht der Konsequenzen seiner eigenen Schuld steht wie eine unüberwindbare Mauer vor ihm.

 

Wie wird sein Bruder ihn aufnehmen? Trachtet er ihm weiterhin nach dem Leben? 

 

Im Grunde hast du dir dein Elend selbst zugefügt. Du hättest ja nicht um die Stellung in der Familie streiten müssen. Warum nicht auch einmal der Zweite sein? War der materielle Anlass den Streit mit dem Bruder wert? Warum bin ich auch immer so dickköpfig? Aber hat mich Gott nicht benachteiligt? Er hätte es doch auch ganz anders machen können. 

 

Im Gefecht des Haderns schleichen sich schnell “Niemals-Lügen” ein: Ich werde niemals wohlbehalten mit allen ins verheißene Land kommen und Gott die Ehre geben. Für uns lauten diese Lügen oft: ich werde niemals wieder gesund werden. Ich werde niemals erfolgreich sein. Ich werde niemals heiraten. Meine Träume werden niemals in Erfüllung gehen.

 

Man kann hadern über die persönliche Lebensgeschichte, man kann hadern über die große Politik – fast jeder hat auf seine Weise seinen Kampf mit Gott auszutragen. 

 

Jakob weiß, dass er ihm völlig ausgeliefert ist. In dieser schwierigen, vielleicht ausweglosen Lage, bereitet sich Jakob allein auf die Begegnung mit seinem Bruder, deren Ausgang ungewiss ist, vor. 

 

Jakob hatte in seiner Not gebetet: „Errette mich von der Hand meines Bruders, von der Hand Esaus; denn ich fürchte mich vor ihm“(3). 

 

Nacht, mit der ganzen Familie am Ufer des Jabbok. Er bringt seine Familie auf die andere Seite und bleibt allein. Jakob steht nun unmittelbar vor der Wiederbegegnung mit seinem Bruder Esau, den er seit seinem vor 21 Jahren verübten Betrug, bei den er ihn um den Segen des Erstgeborenen gebracht hat, nicht mehr gesehen hat. Esau ist ihm mit 400 Männern entgegen gekommen. 

 

Da verwickelt ihn ein Unbekannter ihn in einen Kampf. 

Mose 32, 26-33

Als er allein zurückgeblieben war, rang mit ihm ein Mann, bis die Morgenröte aufstieg. 26 Als der Mann sah, dass er ihn nicht besiegen konnte, berührte er sein Hüftgelenk. Jakobs Hüftgelenk renkte sich aus, als er mit ihm rang. 27 Er sagte: Lass mich los; denn die Morgenröte ist aufgestiegen. Er entgegnete: Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest. 28 Er fragte ihn: Wie ist dein Name? Jakob, antwortete er. 29 Er sagte: Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel - Gottesstreiter -; denn mit Gott und Menschen hast du gestritten und gesiegt. ERMUTIGUNG UND ANERKENNUNG GOTTES FÜR UNSER STREBEN! 30 Nun fragte Jakob: Nenne mir doch deinen Namen! Er entgegnete: Was fragst du mich nach meinem Namen? Dann segnete er ihn dort.

 

Verworrenes Weltgeschehen und verworrenes persönliches Geschehen

Keiner von beiden kann den Kampf gewinnen. In dieser Geschichte ist außerordentlich, dass der Kampf unentschieden ausgeht: 1:1. 

Jakob geht nach einer solchen Auseinandersetzung gezeichnet aus diesem Kampf hervor, hinkend. Aber er ringt seinem Widersacher einen Segen ab: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“(V. 27). Und Gott lässt sich diesen Segen abringen. 

Beim Kampf nicht von vornherein klar, mit welcher Macht er kämpft. Es gibt Widersacher im Leben, da wird dir erst im Nachhinein deutlich: Gott steckte dahinter. Er hat dir eine Grenze gesetzt → CORONA. Nicht alles ist unseren Augen offenbar. Das Leben spielt im Vordergrund, hat aber einen Hintergrund, der uns nur je und dann aufleuchtet. Jeder zu seiner Zeit auf seine Weise darf das begreifen, wenn er sich danach ausstreckt. 

 

1. Mose 32 zeigt, dass für Israel schon klar war: Uns stellt sich manchmal Gott in den Weg. Das Leben läuft nicht nur glatt, aber wir können und müssen mit Gott ringen. Manchmal allerdings gehen wir als Geschlagene, hinkend vom Platz. 

 

Unbekannte nennt seinen Namen nicht, Jakob versteht, dass Gott selbst seinem Ringen mit ihm diese Gestalt gegeben hat. In dieser Geschichte verbirgt sich eine alte Gotteserfahrung: Es gibt Situationen, da muss man mit Gott kämpfen. 

 

Oft kriegen wir Gottes Handeln und seinen in Christus offenbarten Willen nicht zusammen. 

Ringen mit Gott, bis wir Gefühl und Erkenntnis überein bringen. 

 

Geschichte zeigt, dass schon die Alten solche Erfahrungen mit Gott gemacht haben. Wir sind alles ambivalente Persönlichkeiten, trotzdem schreibt Gott mit uns seine Geschichte. In dieser Geschichte haben wir unseren Platz, großartig und bescheiden zugleich. Großartig, weil Gott uns gebrauchen will. Bescheiden, weil wir ja doch nur kleine Lichter sind. 

 

In der Geschichte erfahren wir in weiterer Folge, dass Gott bereits alles vorbereitet hatte und Jakob seinen neuen - Jahre zuvor bereits von Gott verheißenen Lebensabschnitt - einnehmen konnte.

 

Im neuen Testament werden wir zum grenzensprengenden Glauben aufgefordert, der mächtige Senfkorn-Glaube. Aus ihm heraus können wir im Ringen mit Gott dranbleiben und auf seinen Wegen gehen.

Wir dürfen uns eine neue Sichtweise aneignen: der Schöpfer der Welt hat schon längst den Zeitpunkt festgesetzt, zu dem sich unser Durchbruch ereignen wird. Dass es noch nicht passiert ist, heißt noch lange nicht, dass es niemals passieren wird. Gott hat bereits jetzt die richtigen Leute, den richtigen Zeitpunkt und die richtigen Antworten parat. 

 

Alles, was du brauchst, ist schon da. Wir sind dazu gerufen, die Zweifel über Bord zu werfen. Ob es noch 1 Jahr, 5 Jahre oder 50 Jahre dauern wird – was auch immer Gott uns versprochen hat, wird er auch zu Stande bringen! Unsere Rolle ist es, stark zu bleiben, weiter zu hoffen und nicht aufzugeben. Wir dürfen die Leidenschaft neu entfachen und erleben, wie Gott jeden einzelnen der Träume, die er in uns hineingelegt hat, erfüllen wird. 

 

Wo auch immer du gerade im Leben stehst: mach das Beste daraus! Sei dazu ermutigt, alles, was du tust, mit Leidenschaft und Feuer im Herzen anzugehen und dich nicht mit Mittelmäßigkeit zufrieden zu geben. Tu alles von ganzem Herzen. Schüttle den Staub ab und entfache das Feuer neu. Wenn wir uns danach ausstrecken werden wir uns nicht nur besser fühlen sondern unsere Leidenschaft wird andere Menschen anstecken, und die werden haben wollen, was wir haben.


Gebet

Vater, dir allein gebührt unser Lob. Danke für jeden Traum und jede Sehnsucht, die du in jeden einzelnen hinein gelegt hast. Wir entscheiden uns heute ganz bewusst dafür, dich nie zu unterschätzen und den “Niemals-Lügen” keinen Raum zu schenken. Wir entscheiden uns dafür, den “Kampf” mit dir aufzunehmen uns auszukämpfen, und bis du uns segnest, nicht von deiner Seite zu weichen. Wir wollen stark bleiben und an unserem Glauben festhalten. Hilf uns, gewissenhaft zu sein in allem, was du uns anvertraust. In Jesu Namen, Amen.


Fragen

Überlegt für euch womit ihr kämpft:

  • Gibt es in meinem Leben persönliche Umstände, mit denen ich von Geburt oder Familie an immer kämpfe, welche Anlass für mich sind, mich unter Umständen über Mitmenschen und auch über Gottes Wege hinwegzusetzen? Mit denen ich immer wieder zutiefst hadere?
  • Welche Sehnsucht habe ich tief im Herzen? Welche Träume habe ich? Welche Verheißungen habe ich empfangen? 
  • Welche Sehnsüchte, Träume und Verheißungen habe ich wahr werden sehen?

 

Überlegt euch wofür ihr kämpft:

  • Die Berufung, die in Sehnsüchten und Träumen verborgen liegt. 
  • Die Berufung als das einzunehmende Land in dem zutiefst Gemeinschaft mit Gott erfahren werden kann.

 

 

Psalm 25,12-13

Wer ist der, der den HERRN fürchtet? Er wird ihn unterweisen den besten Weg. Seine Seele wird im Guten wohnen, und sein Same wird das Land besitzen. 

  • Was ist dein Same? “Same” als Fruchtbarkeit zur Verwirklichung des göttlichen Segens 

“Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen” Mt 6,33

  • Was ist mein “Ziel”? Herr, zeig mir wo du mich haben willst.

 


Quellen:

 

Intimität in der Kennenlernphase

Bildnachweis: Kiwihug | Unsplash
Bildnachweis: Kiwihug | Unsplash

Wir alle sehnen uns nach Intimität. Auch als Single.  Diesem Thema nahmen wir uns bereits letztes Mal an (Artikel hier nachlesen). Aber wie ist das nun in der Dating-Phase? 

Wie viel körperliche Nähe in der Kennenlernphase ist gesund? 

One-Night-Stand oder doch völlige Enthaltsamkeit?

 

Michael Bozanovic gibt in seinem Vortrag dazu Anregung und Hilfestellung, sowie Einblicke in die Kulturgeschichte des Kennenlernens und der Sexualität.

 

 

 

Zum Vortragenden:

Michael (Jahrgang 1985) ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Der studierte Theologe und Sexualpädagoge ist seit 2009 als Jugendreferent des Bundes Evangelikaler Gemeinden, seit 2014 als Religionslehrer der Freikirchen in Österreich und seit 2019 als Entwicklungssensibler Sexualpädagoge für das Weisse Kreuz Österreich tätig. 

 

Er hält sexualpädagogische Workshops in Teenie- und Jugendgruppen und Schulen, sowie Workshops für Eltern zum Thema Sexualerziehung. Außerdem bietet er Seminare und Vorträge rund ums Thema Geschlechtlichkeit, Sexualität und Beziehung an. Zudem berät und begleitet er Einzelpersonen persönlich und führt (gemeinsam mit seiner Frau) Paare in die Ehevorbereitung.  

 

Nähere Informationen zu ihm und seiner Arbeit auf sex-is-more.com.

Wir sind dankbar, dass er auch die HAG-Gruppe in Kärnten unterstützt.

Vortrag anschauen:

Reinlesen in den Artikel:

Beziehung und Sexualität im Wandel

Dass es überhaupt so etwas wie eine Kennenlernphase und körperliche Nähe vor, bzw. außerhalb der Ehe gibt, ist ein Phänomen, welches erst mit der Nachkriegszeit gesellschaftstauglich wurde. 

 

Sinnbild des Kennenlernens von Mann und Frau war immer schon der Tanz. Denn der Tanz war die Möglichkeit dem anderen Geschlecht nicht nur auf die Füße zu treten, sondern auf Tuchfühlung zu gehen. Wo in der Vorkriegszeit auf Bällen und Volksfesten die Eltern Ausschau nach potentiellen Heiratskandidaten hielten, so in der Nachkriegszeit zunehmend Jugendliche in der Disco.

 

Von der Antike an wurde die Beziehung zwischen Mann und Frau überwiegend arrangiert, und zwar im Sinne einer „Vernunftehe“. Schließlich bestand der Zweck der Ehe in der Repräsentation. Ein Kennenlernen spielte damit nicht für das Paar, sondern für die Eltern eine wichtige Rolle. Dabei ging es um den Stand der Herkunftsfamilie und vor allem um die Verhandlungen über den Brautpreis. Wenn es um die körperliche Nähe ging, spielte einzig und allein die Fruchtbarkeit und damit eine möglichst schnell eintretende Schwangerschaft eine Rolle. Wenn auch die Gefühle eine immer größere Rolle spielten, so hielt sich dieses Verständnis der Ehe bis in die Moderne. 

Download des Artikels als PDF:

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Online Speeddating funktioniert (auch)!

Fotonachweis: Christopher Stark | Unsplash
Fotonachweis: Christopher Stark | Unsplash

Letzten Freitag (19. März 2021) hatten wir unser 4. online Speeddating auf Zoom durchgeführt (unser 11. in Summe). Wir sind mittlerweile recht gut im Rennen, weil wir nun besser wissen worauf es ankommt. Es macht richtig Freude hier den Teilnehmern einen schönen, guten Rahmen zu bieten... besonders zur Corona-Zeit, wo es (noch) schwerer ist, jemanden im "richtigen Leben" kennenzulernen.

 

7 Männer und 8 Frauen waren dabei. 

Und es gab 8 Matches! (36 Favorisierungen)!

 

Einige Teilnehmer bedankten sich recht lieb - wir werden noch "kritisches Feedback" abfragen und dieses beim nächsten Mal wieder berücksichtigen. Danke für euer Dabei sein! Alles Gute euch allen!

Verena

Feedback von Teilnehmern:

„Danke für euren engagierten und professionellen Einsatz. Es hat Freude gemacht und ist in Corona Zeiten ein kleiner Lichtblick.“ (Mann)

 

„Hallo liebes HAG-Team, vielen lieben Dank für die Organisation; ich bin froh, dass ich mir das angeschaut habe.“ (Mann)

 

„Danke nochmal fürs Organisieren! Die Stimmung war sehr angenehm und 5 € ist schwer ok.“ (Frau)

 

„Erstmal danke für den schönen Abend gestern. War echt eine sehr angenehme und lockere Atmosphäre, falls sich dieses Mal noch nichts ergeben sollte bin ich gern wieder dabei -).  So nun zu den Damen, die ich gern näher kennenlernen würde. Hab da ein paar mehr ausgewählt, weil nach 6 Minuten kann man find ich nur grob entscheiden, wer einem sympathisch ist. Der Rest muss sich dann ergeben oder eben nicht.“ (Mann)

 

„Vielen Dank jedenfalls an Euch für die Organisation des Abends! Ihr habt das wirklich professionell gemacht. :)“ (Frau)

 

„Ich würde gerne mit … in Kontakt treten, wenn er es auch möchte.  Danke übrigens für den schönen Abend. Hatte echt viel Spaß. Und nette christliche und persönliche Gespräche.“ (Frau)

 

Intimität als Single

Bildnachweis: Tsunami Green | Unsplash
Bildnachweis: Tsunami Green | Unsplash

 

Artikel von Michael Bozanovic

 

Ein schwieriges Thema:

Seit Mitte der 1960ger Jahren ist das traditionell bürgerliche Familienmodell rückläufig. Seither haben sich die Anzahl der ledigen Männern und Frauen im traditionellen Familienlebensalter (zwischen 30 und 59 Jahren) verfünffacht. Viele Menschen verzichten darauf zu heiraten, weil kein eindeutiger Nutzen mit der Institution Ehe verbunden wird. Man genießt die eigene Unabhängigkeit und doch besteht eine große Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit. Mit fortschreitender Individualisierung und Modernisierung steigt das Bedürfnis von Intimität an! Von den rund 20 % Singles im traditionellen Familienlebensalter wollen nur geschätzte 3 % auch wirklich partnerlos bleiben. 

 

Wie kommen Singles mit ihrer Situation zurecht? Forschungsarbeiten aus 16 westeuropäischen Ländern zeigen, dass partnerlose Männer unglücklicher sind als partnerlose Frauen. Der Grund: Frauen sind in der Regel stärker sozial eingebunden und pflegen eine intensivere emotionale Beziehung zu Freunden. 

 

 

Intimität und Sexualität 

Oft wird unsere Sehnsucht nach Intimität mit jener nach Sexualität gleichgesetzt. Deswegen ist es wichtig zu klären in welchem Verhältnis Intimität und Sexualität zueinander stehen. 

„Die Sexualität ist als eine im Biologischen verankerte, aber nicht notwendig manifest werdende Möglichkeit des menschlichen Erlebens und Verhaltens.“ Eberhard Schorsch, Sexualforscher 

Viele Menschen glauben heutzutage immer noch, dass unser sexuelles „Erleben und Verhalten“ von einem entsprechenden Trieb und seiner Geschichte bestimmt wird. Diese Theorie stammt von Sigmund Freud und ist mittlerweile über 100 Jahre alt. Bereits er hat im weiteren Verlauf seiner Forschung von sogenannten „Partialtrieben“ gesprochen. Auf den Sexualtrieb bezogen heißt das, dass er z.B. auch durch nichtsexuelle Triebe (wie z.B. den Spieltrieb) gestillt werden kann. Doch in den letzten 100 Jahren hat die Sexualforschung festgestellt, dass das menschliche „Erleben und Verhalten“ auch in der Sexualität fluide ist und durch nichtsexuelle Motive bestimmt wird, den sogenannten „Motivationalen Grundbedürfnissen“. Sexualität ist damit „kein Muss“, sondern „ein Kann“, also eine „Möglichkeit“ und somit kein Schicksal, dem wir bedingungslos ausgeliefert sind! 

.........

PDF downloaden und Artikel weiterlesen (4 Seiten):

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2021_BEG_Artikel Intimität als Single_Mi
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In diesem Zusammenhang wollen wir auch gleich auf unseren nächsten Vortrag mit Michael hinweisen:

Samstag, 1. Mai 2021. Alle Infos hier.

 

Hier der Bericht einer Teilnehmerin vom letzten Vortrag im Dezember 2020.


Judith und Markus

Bildnachweis: Nathan Dumlao | Unsplash (Symbolbild)
Bildnachweis: Nathan Dumlao | Unsplash (Symbolbild)

Bei einem HAG-Speeddating in Linz sind sich  Judith und Markus  zum ersten Mal begegnet. Wie es nach diesem Zusammentreffen mit ihnen weiterging, wie sich ihre Beziehung vertiefte und wie sie die Ehe sehen, erzählen uns die mittlerweile Verlobten in diesem Blogbeitrag!

 

Es ist einfach schön zu sehen, wie Gott euch zusammengeführt hat und wie ihr nun an einer gemeinsamen Zukunft bauen dürft. Wir wünschen euch weiterhin alles Gute und Gottes reichen Segen in eurer Beziehung und bald Ehe!

 

Euer HAG-Team

Wie hast du dein Single-Leben gestaltet? 

Tanzen, Freunde treffen, Kaffeehausbesuche, Lesen, Zeichnen

 

Welche Angebote zur Partnerfindung hast du in Anspruch genommen?

Angebote von Herzens-An-Gelegenheit

 

Wie hast du von Herzens-An-Gelegenheit erfahren?

Sie: Beim Suchen nach einer anderen Internetseite zufällig darauf gestoßen 

Er: durch eine Glaubensschwester

 

Wie lange warst du Single?

Er: ca. 4 Jahre

Sie: bis zu dieser Beziehung

 

Hattest du vor dieser Beziehung schon (eine) Beziehung(en)?

Ja

 

Welche Gedanken kommen dir, wenn du an die Ehe (allgemein) denkst?

unendliche Liebe, Treue, Ehrlichkeit, unbegrenztes Vertrauen, gemeinsame Zeit, Aktivitäten, Spaß, Familie

 

Erzähle uns mit ein paar Worten wie du deinen Partner kennengelernt hast:

Nach dem HAG-Speeddating und dem gegenseitigen Match haben wir uns zwei Wochen später zu unserem ersten Date getroffen.

 

Wie hat dich dein Gegenüber überzeugt bzw. was mit dir in eine Beziehung zu treten?

Das Gefühl, das ich in seiner/ ihrer Nähe hatte - es war alles unkompliziert, schön und ich fühlte mich geborgen.

 

Nenne uns kurz deine Zweifel (im Prozess der Entscheidung):

Es gab keine.

 

Was sind die wichtigsten Pfeiler eurer Beziehung?

Ehrlichkeit, Offenheit, Miteinander, Kompromisse, Humor

 

Welche Eigenschaften schätzt du an deinem Partner am meisten?

Seine/ Ihre Art mich zum Lachen zu bringen

Er: ihre Liebe und Treue

Sie: seine Liebe und Fürsorge

 

Hast du spezielle Tipps für Singlemänner/frauen (Partnersuche, Alltagsbewältigung etc.)?

Hobbys suchen, nicht aufgeben bei der Suche, aber nicht zwanghaft suchen; auf Gott vertrauen

 

Danke für eure Zeit!


Sabine und Thomas

Sabine und Thomas haben sich vor einiger Zeit über ein HAG-Speeddating in Linz kennen und lieben gelernt und sind mittlerweile glücklich verheiratet!

 

In diesem Blogbeitrag erzählt uns Sabine anhand von Fragen kurz von ihrem Kennenlernen und was sie überzeugt hat, Thomas ihr Herz anzuvertrauen.


Wir freuen uns jedenfalls sehr mit euch und wünschen euch weiterhin alles Gute und Gottes reichen Segen in eurer Ehe!

 

Euer HAG-Team

Sabine, wie hast du dein Single-Leben gestaltet? 

Ich war in meiner Gemeinde stark integriert und habe viel Zeit auch mit meinen Freunden verbracht. 

 

Welche Angebote zur Partnerfindung hast du in Anspruch genommen?

Ich habe Single-Börsen und eben HAG versucht :)

 

Wie hast du von Herzens-An-Gelegenheit erfahren?

Poa, das weiß ich gar nicht mehr... evtl durch Verena? Oder dem Stefan?

 

Wie lange warst du Single?

Puh... 5 oder 6 Jahre

 

Hattest du vor dieser Beziehung schon (eine) Beziehung(en)?

Ja

 

Welche Gedanken kommen dir, wenn du an die Ehe (allgemein) denkst?

Es ist Arbeit, die sich lohnt :)

 

Erzähle uns mit ein paar Worten wie du deinen (Ehe)partner kennengelernt hast:

Über ein HAG Speeddating :D

 

Wie hat dich dein Gegenüber überzeugt bzw. was mit dir in eine Beziehung zu treten?

Ich denke ausschlaggebend war, dass wir uns supergut unterhalten konnten und dieselben Ansichten in Sachen Glauben und Ehe hatten.

 

Hattet ihr zu Beginn eurer Ehe mit Herausforderungen zu kämpfen? Mit welchen?

Ja, leider. In der Gemeinde kam es zu einigen Turbulenzen...

 

Was sind die wichtigsten Pfeiler eurer Beziehung?

Unser Glaube! Absolut und 100%ig!

 

Welche Eigenschaften schätzt du an deinem Partner am meisten?

Seine Musikalität, seinen Humor, die Begeisterungsfähigkeit und seine Kreativität :D

 

Hast du spezielle Tipps für Singlemänner/frauen (Partnersuche, Alltagsbewältigung etc.)?

Nicht verzweifelt nach einem Gegenüber suchen und nicht auf Kompromisse einlassen!

 

Danke, dass du dir Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten!


Funkenflug #1: HoffnungsVOLLE Beziehungen bauen

Andacht von Verena

Jeder von uns (Mensch, aber auch Tier, sogar Bakterien etc.) steht in irgendeiner Art und Weise in einer „Beziehung“: als Tochter oder Sohn, als Bruder oder Schwester, als Freund/In, Enkel/In, Ehepartner/In etc. 

Wir sind uns – denke ich – einig, dass es keine „Nicht-Beziehungen“ gibt, oder?

  • Was ist aber mit Witwen? – sie sind ohne Mann!
  • Singles? – sie sind ohne Partner!
  • Armen? – sie sind ohne Geld/Besitz!
  • Waisen? – sie sind ohne Eltern!
  • Geschlagene/Missbrauchte? – sie sind ohne ein liebendes, schutzgebendes Gegenüber!
  • Verstoßene/Aussätzige? – sie sind ohne haltgebenden Familienverband, Dorfgemeinschaft, Gesellschaft, die sie versorgen und inkludieren, anstatt exkludieren.

Das bewegt und bedrückt mich sehr. 

Kann man etwas gegen diese „Ohne-Beziehungen“ tun?

1. Menschen verbinden

 

BEISPIEL 1:

Vor einigen Jahren hatte ich in Linz eine spannende Erfahrung gemacht. Ich organisierte gemeinsam mit einem großen Team eine christliche Studentenkonferenz für 2000 Studenten aus ganz Europa: Unzählige viele Begegnungen mit alten und neuen Freunden aus der ganzen Welt. Nach 5 Tagen stoben alle wieder in die vier Himmelsrichtungen auseinander, in ihre Heimatländer zurück. In Linz blieb ein kleines Grüppchen von etwa 10 Studenten zurück. Das fühlte sich dann klein, leer, irgendwie fast hoffnungslos an. 

Nach rund einer Woche allerdings, schrieb mich eine Amerikanerin über die Facebook-Gruppe von besagter Studentenkonferenz an, ob sie sich mit mir in Linz treffen könne – denn sie sei in Linz. Ich fragte sie, wie sie auf mich gekommen sei, da auch 300 andere Leute in der Gruppe wären, von denen aber tatsächlich nur ich in Linz war. Sie meinte, sie hat gebetet und dann zwei Leute wahllos angeschrieben…! Sie suche Anschluss an eine christliche Gruppe, sie fühle sich in Österreich – abgesehen von dem Volleyballteam – sehr alleine, könne auch kein Deutsch. 

Sie war nur für 1 Jahr hier, da sie in der Volleyball-Bundesliga spielte (war die Topscorerin von 2008), aber mittlerweile sehr allein und verzweifelt. Und so trafen wir uns schließlich Wochen später zum erstenmal persönlich. Sie strahlte über das ganze Gesicht, die Hoffnung war zurückgekommen! Im Laufe des Jahres lernte sie einige andere christliche Studenten kennen, wir frühstückten gemeinsam am Pfarrplatz, machten Ausflüge, lachten viel. 

 

Ich liebe es Menschen miteinander und untereinander zu verbinden und zu beobachten, wie sich Freundschaften zu Ehen hin entwickeln und Beziehungen gebaut werden.

2. Beziehungen bauen

Bildnachweis: https://i.pinimg.com/originals/7b/7f/71/7b7f7155b9a8be157549797486eb9c29.jpg
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Nun ein wenig über „Liebesbeziehungen zwischen Mann und Frau“:

Heutzutage ist es nicht unbedingt leichter ein Gegenüber zu finden – wie damals – um seinen Status der „Ohne-Beziehung“ zu ändern… [während der Corona-Pandemie ist es sogar noch schwerer geworden.]

Darum habe ich ja auch die Singlearbeit „Herzens-An-Gelegenheit“ mit einer Freundin gemeinsam gegründet, um Menschen einen Rahmen zu ermöglichen, wo sie sich mit Gleichgesinnten austauschen und vernetzen können.

 

Wir haben auch überlegt:

  • was sind heute diese „Brunnen von damals“, wo Menschen einfach so zusammentrafen, weil sie täglich Wasser holen mussten und neue Begegnungen „absehbar“ waren?
  • Wo sind die Orte, die den Start von Beziehungen erst ermöglichen? (und ich meine hier nicht Tinder, Parship und Co)

Werfen wir dazu erstmal einen Blick ins Alte Testament: 

 

BEISPIEL 2:

Vor nicht ganz 4000 Jahren, im 19. Jh. v. Chr., lebte Isaak, der Sohn Abrahams. Er war noch „ohne Frau“ (1. Mose/ Genesis 24) und daher schickte sein Vater den Verwalter nach Mesopotamien auf Brautschau. Er hatte den gewichtigen Auftrag zur Verwandtschaft Abrahams (nämlich zu Abrahams Bruder Nahor) zu gehen, dort Verbindungen zu knüpfen, die in eine Ehe für Isaak münden würden. 

Der Verwalter hatte Angst und wollte nicht versagen. 

Müde am Ziel angekommen, kniete er sich mit seinen Kamelen, die er im Schlepptau hatte, beim Brunnen nieder und betete: 

„HERR, du Gott meines Herrn Abraham, gib mir Glück zu meinem Vorhaben! 

Sei gut zu meinem Herrn und erfülle seinen Wunsch!“ (v12) 

Er hatte auch gleich einen Vorschlag parat, wie Gott ihm zeigen sollte, wer die Richtige für Isaak wäre – DAS Mädchen nämlich, das ihm und seinen Kamelen vom Brunnenwasser zu trinken gäbe, sollte diejenige Welche sein. Und es geschah genau wie gehofft: dieses Mädchen war die Enkelin von Abrahams Bruder Nahor und seiner Frau Milka, und hieß Rebekka. Sie gingen gemeinsam zur Sippe nach Hause und der Deal wurde nach ausführlicheren Gesprächen beschlossen. 

Rebekkas Bruder Laban, offenbar ihr eingesetzter Vormund, erkennt durch die Erzählung des Verwalters in dieser Begegnung am Brunnen Gottes Fügung (v50). Er gibt Rebekka als Braut frei, die aus freien Stücken zustimmt mitzugehen. 

 

Gleich am nächsten Tag bricht der Verwalter mit Rebekka, ihren Dienerinnen auf seinen Kamelen auf (v61). Am Ende ihrer Reise treffen sie den Bräutigam Isaak auf dem Feld, der in der Nähe des Brunnen Lahai-Roi (v62) wohnte. [Ja, Brunnen waren lebensspendend; man siedelte sich natürlich auch nur dort an, wo es Wasser gab…]

Sogleich geleitete Isaak, der damals bereits 40 Jahre alt war (Gen 25,20) seine Braut ins Zelt (der Sara, seiner Mutter) und nahm sie zur Frau.

Isaak gewann Rebekka lieb (v67). Immerhin ist dieser Satz auch enthalten! Es scheint, sie haben nicht viele Worte gewechselt, ehe es „zur Sache“ ging. Leider blieben sie 20 Jahre kinderlos, deshalb betete Isaak zum HERRN (Gen 25,21) und – so steht es geschrieben –der HERR erhörte seine Bitte. 

Rebekka empfing die Zwillinge Esau und Jakob. 

[Der Brüderzwist dieser beiden wäre eine eigene Predigt. Den Teil lassen wir heute beiseite.]

 

Diese „arrangierten Ehen“ sind aus heutiger Sicht natürlich eine „altmodische, nicht gangbare Herangehensweise“. Sie werden von uns oft mit Augenrollen und Unverständnis quittiert. Wenn man anderen Erdteile betrachtet, sind sie aber nach wie vor gängig/üblich.

 

Bei Herzens-An-Gelegenheit schreiben uns immer wieder Teilnehmer von einer inneren Hoffnung getrieben an, dass sie einen Partner suchen und ob wir ihnen dabei helfen könnten. Wir sind aber keine Partnervermittlung. Gegen dieses Attribut sträuben wir uns. Denn wir wollen, dass die Leute sich selbstständig ihr Gegenüber wählen, kennen und lieben lernen. Wir sind überzeugt, dass Beziehungsbau wirkliche, echte, teilweise auch harte Arbeit ist und man diese auch selber „verrichten“ muss. Ich kann ja auch nicht für jemanden anderen in einer Beziehung oder gar Ehe sein. Das umschließt exklusive nur diese beiden Menschen.

 

BEISPIEL 3:

Steigen wir wieder im 28. Kapitel von Genesis (1. Mose) ein, als Jakob schließlich selbst heiratsfähig ist und sein Vater Isaak ihn ebenso an eine mesopotamische Frau verheiraten will, wie eben auch seine eigene Ehefrau eine war. Jakob gehorchte und zog sogleich fort, zu seinem Onkel Laban. 

[Esau, Jakobs Bruder, der Erstgeborene hingegen war übrigens widerborstig und hatte begriffen, dass seinem Vater die Kanaanitischen Frauen zuwider waren, weshalb er sich extra eine weitere Kanaaniterin zu seinen schon bisherigen Frauen schnappte.]

 

Wieder spielte sich alles bei einem Brunnen ab. Aber diesmal war es ein wenig anders:

(Kap 29,2f.) Als Jakob schließlich bei einem Brunnen angekommen war, wo auch Hirten gerade im Begriff waren ihre Schaf- und Ziegenherden zu tränken, kam auch eine junge Frau namens Rahel mit ihrer Herde herbei. Es stellte sich sogleich heraus, dass sie seine Cousine war. Er freute sich sehr und im Überschwang, endlich bei seiner Verwandtschaft angekommen zu sein, küsste er sie und weinte im gleichen Moment (v11). 

War sein Gebet bereits erhört worden und war diese Dorfschönheit seine vorherbestimmte, zukünftige Frau? Jakobs Hoffnung war sehr groß. 

 

Bereits ein Monat lang baute er die Beziehung zu seiner Verwandtschaft auf, lebte im großen Haushalt mit und bewährte sich als fleißiger Helfer. Schließlich wollte sein Onkel Laban „einen Lohn“ für seine Arbeit mit ihm ausmachen. Jakob nannte siegessicher seinen tiefsten Herzenswunsch, nämlich Rahel zu heiraten und bietet sich im Gegenzug als Arbeitskraft an: 

7 Jahre wolle er für Laban arbeiten und dann Rahel ehelichen (v18). Laban stimmte zu. 

 

7 Jahre an harter Beziehungsarbeit standen Jakob bevor. Und das, obwohl er noch nicht einmal die traute Zweisamkeit erlebte. Irgendwie fühlt sich dieser „Beziehungsbau“ in seinem Fall so an, als müsste er sich das Vertrauen der ganzen Familie, ja Sippe, die ja seine eigene war, erarbeiten, ja sich fast seine Braut „erkaufen“.

 

Aber diese 7 Jahre vergingen wie im Fluge (v20) – ja, die Liebe erträgt jede Art von Anstrengung leichter – und endlich stand der Hochzeitstag bevor: abends wurde die Braut ins Zelt zu Jakob geführt. Das lange Warten hat ein Ende… Oder doch nicht? 

Als Jakob am nächsten Morgen erwachte, lag nicht seine geliebte Rahel, sondern ihre ältere Schwester Lea bei ihm im Bett! Was für ein Schock! 

Zutiefst enttäuscht über den Verrat, stellte er den Onkel zur Rede: 

„Jetzt habe ich 7 Jahre mit dir und euch allen Beziehungen gebaut, gehakelt wie ein Wilder, mich gefreut, dass ich Rahel endlich heiraten darf, und dann das? Was soll das?“ (v25)

 

Laban entschuldigte sein Verhalten mit der vorherrschenden Sittenkultur, dass nämlich die Jüngere nicht vor der Älteren verheiratet werden dürfe und bietet ihm nach der Hochzeitswoche als zweites Geschenk noch seine jüngere Tochter Rahel als weitere Brautgabe an, allerdings mit der Bedingung nochmals 7 Jahre für ihn zu arbeiten.

„Na toll… das ist jetzt aber genug Zeit für einen gründlichen Beziehungsbau, oder? Hut drauf?“

Gesagt, getan. Aus Liebe zu Rahel würde Jakob wohl alles tun… er stimmte zu. 

3. Hoffnung schöpfen

BEISPIEL 4:

Meine letzte biblische Geschichte für heute, spielte sich wiederum an einem Brunnen ab. Wir lesen sie in Johannes 4, diesmal im Neuen Testament. Der sog. „Jakobsbrunnen“, also der Platz den unser Jakob wiederum seinem Lieblingssohn (natürlich mit Rahel gezeugt) vermacht hatte; nämlich Josef, der mit den Träumen und dem „amazing technicolor dreamcoat“. So schließt sich der Kreis wieder…

Der Jakobsbrunnen lag in Samarien, einem Gebiet, das fromme Juden mieden, um sich nicht „unrein“ zu machen. Jesus Christus zog genau hier vorbei und machte noch dazu mitten am helllichten Tag an besagtem Brunnen Halt, um zu rasten. Er hatte keine Angst vor Gelächter, Aussatz oder dummem Geschwätz. 

Als eine samaritische Frau herantrat, forderte er von ihr einen Becher Wasser zum Trinken. 

Er, der bereits bekannte Rabbi, und eine Frau, die er ja nicht mal ansehen dürfte und die wohl auch ein liederliches Lebenführte, da sie zu einer Zeit an den Brunnen ging, wo sie gewiss sein konnte, keine Menschenseele anzutreffen, da die Sonne heiß herunterbrannte. 

Etwaige Begegnungen wollte sie gewiss vermeiden. ... „Nein, heute kein Tratsch über das beste Fladenbrot der Stadt.“

 

Jesus ist hinsichtlich Beziehungen sowieso das Vorbild Nummer eins für mich: 

  • Er beruft gewöhnliche, einfache Menschen, wie z.B. einige Fischer am See Genezareth zu außergewöhnlichen Nachfolgern und formt sie zu Leitern und Weltveränderern
  • Er weist die Führungselite der damaligen Zeit anständig zurecht
  • Er berührt ohne zu Zögern oder sich zu ekeln Menschen, die sonst „ohne Berührungen“ bleiben würden, weil sie Lepra oder eine andere Krankheit hatten
  • Er heilt Blinde - Menschen ohne Sehvermögen; Lahme - ohne Gehfähigkeit
  • Er investiert sich in Frauen, Männer und Kinder gleichermaßen
  • Er isst mit den verschrieensten Menschen zu Abend, die keiner je zu sich nach Hause einladen würde: Zolleinnehmer und Prostituierte (Menschen ohne Gesellschaftliche Anerkennung)
  • Er verbringt seine wertvolle Zeit mit drei Jüngern im engeren Kreis und zwölf Aposteln im größeren Kreis 
  • Er lebt in der exklusivsten Gemeinschaft überhaupt – dreieinig – als Sohn mit Vater und Heiligem Geist. Und das Beste dran: diese Gemeinschaft ist keine „geschlossene Gesellschaft“, sondern Gott sehnt sich nach einer hoffnungsVOLLEN Beziehung mit dir und mir. Er sehnt sich nach einer besonders intimen Gemeinschaft mit uns Menschen. Eigentlich unglaublich und unfassbar, oder?

In Gottes Augen ist jeder Mensch wertvoll. Was zählt ist nicht der religöse oder ethnische Hintergrund, das Geschlecht, schon gar nicht die Sprache oder Hauptfarbe … Gott ist barmherzig und erbarmt sich unser aller. 

Das heißt er gibt sein Herz für uns; Jesus gibt sein Leben für uns. 

 

Gott sehnt sich nach inniger Gemeinschaft mit uns und will uns helfen Beziehungen voller Hoffnung zu bauen. Er setzt uns zum Segen für andere ein. Er lädt uns ein diese Welt zum Guten zu verändern und uns in der Gesellschaft zu engagieren. Er fordert uns heraus, sich über Vorurteile hinwegzusetzen und jeden Menschen als wertvoll, als Geschöpf Gottes, zu betrachten und zu behandeln. Auch die Tierwelt zu pflegen und zu bewahren, den Garten der Natur zu bebauen und letztlich ihn anzubeten.

 

In allen meinen heutigen Beispielen beteten die Menschen um Hilfe, um Beistand und um Führung, ihre „Ohne-Beziehung“ zu beendigen bzw. sich von Gott selbst verändern zu lassen. 

 

Auch die Samariterin ließ sich auf diese unmittelbare Begegnung mit Jesus ein. 

Er erklärte ihr, dass er IHR „lebendiges Wasser“ geben kann, von dem sie nie mehr durstig werden würde. Sie erkannte in seiner Zusage an ihre Person, dass sie wertvoll, geschätzt und ehrbar war, auch wenn sie sich selbst schämte, weil sie mehrere Männer hatte und dennoch nicht verheiratet war. Damals ein absolutes No-Go! 

Er nahm sich in brütender Hitze Zeit ihr zu erklären, wo und wie sie in Beziehung mit dem allmächtigen Gott kommen könne und wo sie ihn anbeten könne. Durch diese Herzensbeziehung erkannte sie Jesus Christus als ihren Retter. Denn er war ihr nahegekommen und hatte ihr Hoffnung und Leben geschenkt. Letztlich hat ER ihr zu trinken gegeben und damit war ihre Sehnsucht nach erfüllten hoffnungsvollen Beziehungen gestillt.


Single-sein Mitte 30 - Überlegungen und Anregungen zu dem Thema

Foto: Tatiana Syrikova auf Pexels
Foto: Tatiana Syrikova auf Pexels

Elvira Schiele* ist Mitte 30 und gibt uns Einblicke in ihre persönliche Lebenswelt.

 

In Österreich sind durchschnittlich etwa 17% Singlehaushalte registriert (ca. 1,48 Millionen Menschen!). 

  • Wie gehen christliche Kirchen und Gemeinden mit dieser Tatsache um?
  • Wie lebt sich das Singledasein als ChristIn in diesem Spannungsfeld?
  • Ist das Singlesein eher eine Not oder auch eine Berufung von Gott?

 

Für diesen Text hat die Autorin die Single Studie von Tobias Faix (et.al.) sowie einige andere Bücher verarbeitet (Artikel inkl. Literaturliste). Sie beleuchtet dabei lehrreiche, oft unbeachtete Blickwinkel des Gesundheitszustandes von Single-Frauen und Single-Männern. Sie nimmt sich kein Blatt vor den Mund Isolation und Einsamkeit auch unter Menschen (z.B. in christlichen Gemeinden) anzusprechen. Und beschreibt anderseits wie ehrliche Freundschaften unser Leben bereichern und "retten" können. Im letzten Teil geht Elvia authentisch und sehr persönlich auf ihren Umgang mit der "magischen 30" (besonders als Frau?!) ein und illustriert ihren Weg mit wagemutigen Schritten für beispielsweise einen Neuanfang im Ausland.

 

Elvira schreibt: "Dieser Text ist keine Anleitung dafür, wie man einen Partner bzw. eine Partnerin findet, ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung erzählen und Gedanken und Vorstellungen weitergeben. Vielleicht ist jemandem damit geholfen."

 

Das glauben wir schon! Wir fanden den Artikel jedenfalls sehr wertvoll und hilfreich und sind dankbar, dass wir ihn euch exklusiv als PDF-Download für den Privatgebrauch zur Verfügung stellen dürfen!

 

*Name geändert.

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NUR FÜR DEN EIGENGEBRAUCH! Der Artikel darf in keiner Form veröffentlicht werden!
Autorin ist Herzens-An-Gelegenheit bekannt und gab uns eine Exklusivgenehmigung!
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Wie findet man die Liebe seines Lebens? (Podcast)

Wie findet man die Liebe seines Lebens? Tabitha Bühne hat sie vor etwas mehr als fünf Jahren gefunden - auf eher ungewöhnliche Weise: Indem sie ein Buch las und dem Autor ein Feedback schrieb. Ein halbes Jahr später haben sie geheiratet, sie hat ihren Job gekündigt und ist zu ihm nach Indien gezogen.... Warum ihnen ein gnadenlos-ehrliches 2-Fragen-Spiel in der Datingphase geholfen hat, was ein falsches Beuteschema anrichten kann und warum wir oft nur wissen was wir wollen aber nicht was wir wirklich brauchen - darum geht es in der neuen Folge ihres Podcasts: "Bühne frei: Die Liebe des Lebens finden". Viel Spaß beim Reinhören!

 

Ihr findet den Podcast überall, wo es Podcasts gibt oder hier: https://tabithabuehne.de/podcast/medien-erf-podcast

 

Mit freundlicher Genehmigung von Tabitha Bühne!

Happy New Year 2021!!!

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben. (Hermann Hesse)

 

Im letzten Jahr haben wir viele Anfänge neu erleben können….

 

Anfang einer Pandemie

 Anfang einer neuen Art der sozialen Interaktion und Isolation

 Anfang des Maskentragens….

 

ABER  wir durften auch viele schöne aufregende neue Anfänge kennenlernen, denen ein Zauber innewohnt.

 

Anfang Gott neu zu entdecken durch Online Gottesdienste, Online Hauskreise

 Anfang eines neuen „Datingportales“ – ZOOM

 Anfang mit neuen Freundschaften und Gemeinschaften bei Wanderungen oder dem Vortrag mit Martina, der Hoffnung und Freude schenkte

Anfang sich mit dem Thema Intimität und Sexualität  auseinanderzusetzen und im Gespräch mit Michael darüber  zu reflektieren

 Anfang in den sozialen Medien aktiver zu sein mit unserem Blog, Instagram Beiträgen, Videos von „Seize the Day“ und unserer „Adventreihe“.

 

Der Anfang in ein neues Jahr, welchem mit Sicherheit ein ganz neuer Zauber innewohnt. Ein Zauber neue Menschen und sich selbst immer besser kennenzulernen. Ein Zauber die Liebe zu treffen und der Zauber Gott immer näher zu sein und ihn umfassend in unserem Leben zu erfahren.

 

Wir freuen uns diesen Zauber gemeinsam mit euch zu erleben. Happy New Year!

 


HAG-@dvent für dich: Impuls #4 (für die 4. Adventwoche)

#4: Warten auf... den Retter

Video zum Nachschauen:

Anmerkung: Video wurde separat zur Veranstaltung aufgenommen.

Andacht (von Cornelia) zum Nachlesen für dich:

Wir haben schon von Zacharias und Elisabeth und ihren Sohn Johannes (d. Täufer) gehört #1 Warten auf… ein Kind

sowie von Herodes und den Sterndeutern #2 Warten auf… den König der Juden. 

Weiters von Maria und Josef #3 Warten auf... Immanuel.

Und nun der vierte Teil, der Abschluss mit den Hirten!

 

[Lesen: Lukas 2, 8-20; Hoffnung für alle]

Die Hirten auf dem Feld

8 In dieser Nacht bewachten draußen auf den Feldern vor Bethlehem einige Hirten ihre Herden.

9 Plötzlich trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie. Die Hirten erschraken sehr, 10 aber der Engel sagte:

»Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch eine Botschaft, die das ganze Volk mit großer Freude erfüllen wird: 11 Heute ist für euch in der Stadt, in der schon David geboren wurde, der versprochene Retter zur Welt gekommen. Es ist Christus, der Herr. 12 Und daran werdet ihr ihn erkennen: Das Kind liegt, in Windeln gewickelt, in einer Futterkrippe!«

13 Auf einmal waren sie von unzähligen Engeln umgeben, die Gott lobten:

14 »Ehre sei Gott im Himmel! Denn er bringt der Welt Frieden und wendet sich den Menschen in Liebe zu.«

15 Nachdem die Engel in den Himmel zurückgekehrt waren, beschlossen die Hirten:

»Kommt, wir gehen nach Bethlehem. Wir wollen sehen, was dort geschehen ist und was der Herr uns verkünden ließ.«

16 Sie machten sich sofort auf den Weg und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Futterkrippe lag. 17 Als sie es sahen, erzählten die Hirten, was ihnen der Engel über das Kind gesagt hatte. 18 Und alle, die ihren Bericht hörten, waren darüber sehr erstaunt. 19 Maria aber merkte sich jedes Wort und dachte immer wieder darüber nach. 20 Schließlich kehrten die Hirten zu ihren Herden zurück. Sie lobten Gott und dankten ihm für das, was sie gehört und gesehen hatten. Es war alles so gewesen, wie der Engel es ihnen gesagt hatte.


Welche Überschrift fällt dir zu dem Text ein?

-> „Licht ins Dunkel“

-> „Allzeit bereit“ 

 

Wer waren die ersten Menschen, die Jesus sehen durften? Hirten! Eine Berufsgruppe, die nicht zu den angesehensten gehörte und wahrscheinlich von Menschen ausgeführt wurde, die sich nicht mit Priestern und Königen messen konnte. Und trotzdem kam der Engel zu ihnen! Vielleicht auch gerade deswegen! 

Wenn ich an Hirten denke und diese Stelle ansehe, fallen mir folgende Eigenschaften zu ihnen ein: vertrauenvoll, verantwortungsbewusst, mutig (müssen ihre Schafe verteidigen), genügsam, fleißig, geduldig. Gerade als sie ihr Lager aufschlugen, erscheint ihnen ein Engel und verkündet die Geburt Jesu. Er erklärt sogar genau wie sie ihn finden und abschließend erscheinen noch mehr Engel und preisen Gott. 

Und was machen die Hirten? Sie beschließen sofort das Wunder selbst zu sehen und laufen so schnell sie können nach Bethlehem. Keiner hat die Worte des Engels angezweifelt, eine Diskussion begonnen, auf den nächsten Tag gewartet oder gesagt, dass sie zuerst Essen und Schlaf brauchen bevor sie sich Jesus ansehen. 

Nein! Sie stehen sofort auf und laufen los. Sie laufen so schnell sie können! Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich sofort loslaufen würde und das sogar mitten in der Nacht! Alles stehen und liegen lassen, keinen Schlaf, kein Essen, die Schafe auf der Weide lassen,.... 

Alles liegenlassen um beim Herrn zu sein! Und als sie ihn gesehen haben, schweigen sie nicht und gehen wieder zurück; Sie erzählen jedem davon. Es muss sehr wunderlich geklungen haben solch eine Geschichte zu hören, aber das war den Hirten egal. Sie können nicht darüber schweigen. Erst dann gehen sie wieder zu ihren Schafen, zu ihrem Leben zurück. 

 

Es wurde direkt in die Dunkelheit gesprochen und die Engel haben mit dieser Botschaft alles erhellt. Jesus hat die Hirten in der Dunkelheit gesucht und sie zu sich gerufen. Jesus spricht zu dir, zu jedem einzelnen von uns, er spricht in die tiefste Dunkelheit unseres Seins und erhellt es. Wir müssen nur loslaufen und das Licht in unser Leben lassen. 

 

In ein paar Tagen ist es so weit und wir feiern die Geburt von Jesus. Bist du bereit alles stehen zu lassen und zu ihm zu laufen. Keine Zweifel, keine Angst, keine Bedenken. Einfach nur Vertrauen und Freude! Und dann wird diese frohe Botschaft hinaus posaunt. 

 

Wir wollen uns freuen und jubeln / und ihm die Ehre erweisen (Offenbarung 19,7)

Bibelvers: 1. Thessalonicher 6, 1-11 

 

Wir dürfen uns an den Hirten ein Beispiel nehmen. Sie leben ihr Leben, sie sind fleißig und genügsam, aber wenn sie den Ruf Jesu hören, springen sie auf und laufen zu ihm ohne sich einmal umzudrehen. 

 

Was bedeutet es für dich loszulaufen?

Wie kannst du das in der nächsten Zeit umsetzen? 

Segen für dich!

In diesem Sinne möge dich dieser Segen wieder durch die 4. Adventwoche begleiten:

„Der Gott der Hoffnung aber erfülle dich mit 

aller FREUDE und FRIEDEN im Glauben, 

dass du immer reicher wirst an Hoffnung 

durch die Kraft des Heiligen Geistes.“ 

(Römer 15,13)

Schön, dass du dabei warst und/oder mitgelesen hast ;)

Hier noch die Überblicksseite, wo du alle Andachten nachlesen und nachschauen kannst.


Gesegnete Adventszeit und frohes Fest!

Impuls #4 verfasst von Cornelia Leitner


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HAG-@dvent für dich: Impuls #3 (für die 3. Adventwoche)

#3: Warten auf... Immanuel

Video zum Nachschauen:

Anmerkung: Video wurde separat zur Veranstaltung aufgenommen.

Andacht (von Verena) zum Nachlesen für dich:

Wir haben schon von Zacharias und Elisabeth und ihren Sohn Johannes (d. Täufer) gehört #1 Warten auf… ein Kind

sowie letzte Woche von Herodes und de  Sterndeutern #2 Warten auf… den König der Juden. 

Und heute? Worauf wartest du?

 

 

1. Von der SIPPE:

Das Matthäus-Evangelium beginnt mit einer „unspektakulären“ (für uns langweiligen?) Aufzählung von Namen. Eigentlich dreimal 14 Generationen. 

Unspektakulär? Für das ursprüngliche Publikum – den Juden – war die Herkunft und Abstammung sehr wichtig. Der Vater bestimmte deinen Namen, vielleicht auch deinen Lebensweg, mit Sicherheit deine zukünftige Frau. Eine patriarchal geprägte Gesellschaft. Darum fängt Matthäus damit an.

Der erste Teil (14 Generationen) wird von Abraham eingeleitet. Es folgen 14 Generationen ab David und im letzten angeführten Teil die dritte Gruppe mit 14 Generationen ab Jojachin. Jede diese Personen läutet jeweils quasi eine neue Ära ein. Als letzter vor einem Übergang zu einer offensichtlich neuen Ära wird Josef, gezeugt von einem Jakob, genannt. Spannenderweise wird hier (Mt 1,16) noch genauer ergänzt, dass Josef der Mann von Maria war. Diese wiederum „wurde die Mutter von Jesus, der Christus genannt wird.“

 

Heute wird es um eben diese Maria und diesen Josef gehen. Unspektakuläre Leute… denn eigentlich gibt es keine biblischen Vorgeschichten von den beiden; sie sind offenbar weder negativ noch positiv aufgefallen. Sie tauchen einfach auf. Wie vom Himmel gefallen. 

… Bis etwas Spektakuläres passierte: und Jesus gezeugt wurde…

 „Na Mara´n´Josef! In Gottn Nom, steh uns bei!“ (ihr kennt sicherlich diesen Ausspruch, der uns an Maria und Josef und ja - Immanuel / Gott steh uns bei - erinnert!)

Zuerst zu Josef:

[Lesen: Matthäus 1, 18-19; Gute Nachricht]

Jesus – Gottessohn und Davidssohn

18 Mit der Zeugung von Jesus Christus verhielt es sich so: Seine Mutter Maria war mit Josef schon rechtsgültig verheiratet, aber sie hatten die Ehe noch nicht vollzogen. Da stellte sich heraus, dass Maria ein Kind erwartete – durch die Wirkung des Heiligen Geistes. 19 Josef, ihr Mann, war großmütig und wollte sie nicht vor Gericht bringen. Deshalb hatte er vor, sich stillschweigend von ihr zu trennen.

 


Josef war großmütig – lesen wir; aber was hier passierte war ein absolutes No-Go und auch ihm zu viel. Was für eine Schuld! Er will sich am liebsten stillschweigend von Maria trennen. Ohne Aufsehen, ohne Schande auf sie oder über ihre Familie zu bringen. Eine furchtbare Sache für alle Beteiligten, die ganze Sippe. Wie sich aus der Affäre ziehen?

 

Aber das war nur eine Seite der Medaille/Geschichte…

Szenenwechsel zur „Beschuldigten“ (?), zu Josefs Verlobten, zu Maria:

[Lesen: Lukas 1, 26-38; Gute Nachricht]

 

Die Geburt des Retters Jesus wird angekündigt

26 Als Elisabet im sechsten Monat war, sandte Gott den Engel Gabriel nach Nazaret in Galiläa 27 zu einem jungen Mädchen mit Namen Maria. Sie war noch unberührt und war verlobt mit einem Mann namens Josef, einem Nachkommen Davids. 28 Der Engel kam zu ihr und sagte: »Sei gegrüßt, Maria, der Herr ist mit dir; er hat dich zu Großem ausersehen!« 29 Maria erschrak über diesen Gruß und überlegte, was er bedeuten sollte. 30 Da sagte der Engel zu ihr: »Hab keine Angst, du hast Gnade bei Gott gefunden! 31 Du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Dem sollst du den Namen Jesus geben. 32 Er wird groß sein und wird ›Sohn des Höchsten‹ genannt werden. Gott, der Herr, wird ihn auf den Thron seines Ahnherrn David erheben, 33 und er wird für immer über die Nachkommen Jakobs regieren. Seine Herrschaft wird nie zu Ende gehen.« 34 Maria fragte den Engel: »Wie soll das zugehen? Ich bin doch mit keinem Mann zusammen!« 35 Er antwortete: »Gottes Geist wird über dich kommen, seine Kraft wird das Wunder vollbringen. Deshalb wird auch das Kind, das du zur Welt bringst, heilig und Sohn Gottes genannt werden. 36 Auch Elisabet, deine Verwandte, bekommt einen Sohn – trotz ihres Alters. Sie ist bereits im sechsten Monat, und es hieß doch von ihr, sie könne keine Kinder bekommen. 37 Für Gott ist nichts unmöglich.« 38 Da sagte Maria: »Ich gehöre dem Herrn, ich bin bereit. Es soll an mir geschehen, was du gesagt hast.« Darauf verließ sie der Engel. 


Maria war also unberührt, die Ehe war noch nicht vollzogen worden. Das bestätigt sie selbst. Wir kennen die Details der Erzählung wohl alle sehr gut. Daher will ich nicht zu sehr in die Tiefe gehen, sondern nur ein paar Aspekte herauspicken, die die Dynamik zwischen diesem jungen Paar, das noch nicht mal verheiratet war, aufzeigen soll: 

Maria sollte sich als zukünftige Ehefrau allein ihrem Mann, Josef, unterwerfen; so steht es geschrieben und so war es auch Brauch.

Aber dann kam der Engel und verkündigte, dass Gott ein großes Wunder an ihr tun wird. Ihr Kind wird „Sohn des Höchsten“ genannt werden, aber auch in die menschliche Ahnenreihe (SIPPE) eingeordnet werden. Sie – als Frau wohlgemerkt – soll ihm den Namen „Jesus“ geben.

Was macht Maria? Zuerst ist sie zögerlich, vielleicht überfordert, weil sie nicht versteht, wie das passieren soll. Mit der Erklärung des Engels jedoch und Elisabets Beispiel (wir hörten davon bei #1), ist für sie klar: 

„Ich gehöre dem Herrn, ich bin bereit. Es soll an mir geschehen, 

was du gesagt hast.“ (v.38)

Maria macht sich aber bald darauf zu Elisabet auf; vielleicht muss sie auch Abstand gewinnen, nachdenken und das Geschehen verarbeiten.

 

Jetzt wird es aber stressig für den Engel?! Aber ob es der gleiche ist, ist auch nicht gesagt. Es tut auch nichts zur Sache.

 

Szenenwechel: Lichterspots wieder auf Josef, der ist noch unschlüssig und überlegt, wie er Maria „unspektakulär“ verlassen soll.

[Lesen: Matthäus 1, 20-25; Gute Nachricht]

20 Während er noch hin und her überlegte, erschien ihm im Traum der Engel des Herrn und sagte zu ihm: »Josef, du Nachkomme Davids, scheue dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen! Denn das Kind, das sie erwartet, kommt vom Geist Gottes. 21 Sie wird einen Sohn zur Welt bringen; den sollst du Jesus nennen. Denn er wird sein Volk von aller Schuld befreien.« 22 Dies alles geschah, damit in Erfüllung ging, was der Herr durch den Propheten angekündigt hatte: 23 »Die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen, den werden sie Immanuël nennen.« Der Name bedeutet: »Gott steht uns bei«. 24 Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. 25 Er hatte aber keinen ehelichen Verkehr mit ihr, bis sie ihren Sohn geboren hatte. Und er gab ihm den Namen Jesus.

 


Der Engel ermutigt also Josef zu dem Kind, das in Maria heranwächst, zu stehen und es in seine SIPPE gleichsam „hineinzuadoptieren“.

Er verrät ihm auch, dass er das Baby „Jesus“ nennen soll.

Noch nie waren sich werdende Eltern wohl so schnell einig, wie das Kind heißen sollte! Auch das ist meines Erachtens ein Zeichen, dass Gott dahintersteht; dass Gott ihnen beisteht; dass Gott mit ihnen ist.

„Mara´n´Josef! In Gottn Nom, steh uns bei!“

V23. IMMANUEL! Die Welt wird ihn Immanuel nennen, das heißt „Gott steht uns bei“. Somit erfüllt sich auch was im AT bei Jesaja 7,14 angekündigt hat.

 

2. Von der SIPPE in die KRIPPE:

 

Und schon bald wurde dieser Jesus geboren, der eine neue Ära einleiten sollte. 

 

Ein „spektakulärer“ Nebeneffekt:

Gott verwendet Josefs Treue dreimal, um seine Vorankündigungen aus dem AT (Prophezeiungen) zu erfüllen/ umsetzen zu können. 

  • Mt 1,23: Jungfrauengeburt in Jesaja 7,14; 
  • Mt 2,13-14: Flucht nach Ägypten in Hosea 11,1; 
  • Mt 2,23: Bezeichnung des Retters als „Nazoräer“, allerdings in keiner biblische Vergleichsstelle zu finden.

Und jedesmal tritt in dem Zusammenhang der „Engel des Herrn“ in Erscheinung. Dieser bringt Dynamik in Josefs Verhalten:

Beim ersten Mal will Josef ja Maria verlassen und gehen; der Engel bestärkt ihm zu bleiben; Josef gehorcht. 

Beim zweiten Mal – nachdem die Sterndeuter gegangen waren und der Betlehemitische Kindermord des Herodes in der Luft hängt – bestärkt ihn der Engel zu gehen. Und mitten in der Nacht packt Josef ihre Siebensachen und flieht mit Maria und Jesus nach Ägypten, wo sie die nächsten Jahre in Sicherheit sind.

Später, als Herodes gerade gestorben und die Luft wieder „rein“ war, spricht der Engel des Herrn erneut zu Josef (Mt 2,20+22). Und wieder ist er gehorsam und zieht mit seiner Familie zurück nach Israel, bzw. nach einer kleinen Unsicherheit seinerseits nach Narareth in Galiläa, wo Jesus schlussendlich aufwachsen sollte.

 

3. Von der KRIPPE auf die LIPPE:

Wir alle wissen, dieses Kind Jesus bleibt nicht das „kleine, liebe Kind in der Krippe“. „Immanuel / Gott ist mit uns“ – wird groß, er wächst heran. 

Im Philipperbrief 2,10-11 lesen wir welche Kraft in diesem Namen Jesu liegt:

„Vor Jesus müssen alle auf die Knie fallen – 

Alle, die im Himmel sind,

auf der Erde und unter der Erde:

alle müssen feierlich bekennen:

‚Jesus Christus ist der Herr!‘

Und so wird Gott, der Vater, geehrt.“

 

Maria hat das früh erkannt. Sie singt bereits vor Jesu Geburt im Magnifikat (Lukas 1, 46-47):

„Mein Herz preist den Herrn, 

alles in mir jubelt vor Freude

über Gott, meinen Retter.“

Und sie preist Gott weiter – für das wie er eingreift und „mit ihr ist“.

 

Wie geht es dir damit, Gott, der mit dir ist und Gott, der zu dir steht und bei dir ist in seinem Leben zu preisen, zu bekennen?

Von ihm zu reden, durch dein Leben (als lebendiges Evangelium, als offenes Buch), ihn zu verkündigen, "wenn nötig" mit Worten?

 

 

Von der Sippe - in die Krippe - auf die Lippe! In diesem Sinne wünsche ich dir noch eine gesegnete dritte Adventszeit und viel Segen in deinem Leben!

Zum Abschluss möchte ich euch noch zwei Lieder mitgeben, die noch mehr und tiefer aufzeigen, wie sich Maria und Josef zur Verfügung gestellt haben:

Über Maria: „Mary, did you know?”

Und das „Bekenntnis“ des Josef:


Segen für dich!

In diesem Sinne möge dich dieser Segen wieder durch die 3. Adventwoche begleiten:

„Der Gott der Hoffnung aber erfülle dich mit 

aller FREUDE und FRIEDEN im Glauben, 

dass du immer reicher wirst an Hoffnung 

durch die Kraft des Heiligen Geistes.“ 

(Römer 15,13)

Neugierig geworden, wie es weitergeht?


Gesegnete Adventszeit!

Impuls #3 verfasst von Verena Schnitzhofer


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Feedback: Vortrag "Intimität als Single"

Maria (Teilnehmerin) beschreibt hier für uns dankenswerterweise ihre Eindrücke vom Vortrag:

 

Gestern (04.12.20) haben sich einige Gleichgesinnte zum Vortrag von Michael Bozanovic über „Intimität als Single“ online zusammengefunden.

Sehr professionell lotste uns Cornelia durch den Abend. 

Michael brachte uns dieses Thema aus unterschiedlichsten Ansichten näher. Diese waren psychologischer, statistischer und theologischer Natur sowie sehr persönlichen Erfahrungen von ihm. 

 

Bildnachweis: Pok Rie, Pexels

 

Mir persönlich sind folgende Punkte sehr stark hängengeblieben:

  • Wir sind unserem Sexualtrieb nicht hilflos erlegen. Ist kein „Muss“, sondern „ein Kann“. 
  • Neben der bekannten Bedürfnispyramide von Maslow gibt es z.B. motivationale Grundbedürfnisse des Menschen nach Klaus Grawe (wie z.B. Bedürfnis nach Bindung, nach Selbstwert, …)
  • Wonach sehnt sich der Mensch heutzutage, zu allen Zeiten? Nach Liebe. Wer oder was ist Liebe? Aus theologischer Sicht ist Gott die Liebe. Er hat uns von Anfang an geliebt. Er schenkt/e uns die Sehnsucht nach ihm und zugleich auch nach Gemeinschaft, sprich‘ nach unseren Mitmenschen. 
  • Worin liegt das Glück? In der Liebe, die durch Geborgenheit und Intimität langsam entstehen und wachsen kann. Intimität kann ich nicht nur innerhalb einer Partnerschaft finden und erleben, sondern auch in einer Freundschaft. (Diese freundschaftliche Intimität habe ich auch schon ein paar Mal in meinem bisherigen Leben erfahren dürfen. Sehr wertvoll! :-))
  •  Jesus Christus hat als wahrer Mensch Freundschaften und Intimsphäre gepflegt und genossen (z.B. gemeinsames Essen mit seinen Jüngern). Auf seinem Kreuzweg und am Kreuz machte Jesus selbst die Erfahrungen von Sehnsucht nach Intimität, Enttäuschung und Verletzung (fast alle seine Jünger flohen, dreimalige Verleugnung Petrus, Gottverlassenheit am Kreuz). Ich füge noch hinzu: Jesus erlebte auch Einsamkeit und Verlassenheit. Dies sind alles menschliche Erfahrungen. 

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion konnten wir Fragen an die PodiumsteilnehmerInnen stellen. Sehr wertschätzend wurden diese beantwortet.

Es kamen unterschiedlichste Meinungen hervor, die alle ihren Platz haben durften. Danke, dass ihr alle dabei wart!

 

Ich bin dankbar, dass Gott uns (trotz Lockdowns mittels technischer Hilfsmittel ;-) zu diesem Austausch zusammengebracht hat! 

 

Ich ermutige dich: Wage die Liebe und Freundschaft zu Gott und deinen Mitmenschen!!! :-)

 

Kleiner Impulstipp:

Vorträge von Johannes Hartl über Freundschaft (Video-link) und Eifersucht (Video-link)... 

... diese haben mir persönlich geholfen!

 

Gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!


Feedback von anderen TeilnehmerInnen:

"Ich wollte euch Danke sagen für das Organisieren des Vortrags und auch für die offene Gestaltung des Abends, also dass unterschiedliche Sichtweisen und Meinungen in der Diskussion Platz hatten. Toll, dass ihr den Mut dazu hattet, es so zu gestalten und auch schwierige oder kontroverse Fragen anzusprechen. Ich glaube so ein Rahmen, wo Singles bzw. Nicht-Verheiratete über solche Themen sprechen können oder auch mal ausgesprochen wird, dass in der Realität eben nicht alles so einfach ist, fehlt oft. Und ich finde es gut, wenn wir lernen mit der Spannung umzugehen und offen damit umgehen, anstatt nur stillschweigend anzunehmen, dass unter den Christen „eh alles passt“ oder „eh klar ist“, wie man mit manchen Fragen umgehen sollte."

 

"Danke für den Vortrag gestern Abend und die Möglichkeit sowie Offenheit, so frei über Sexualität zu sprechen."

 

"Ich fand den Vortrag teilweise ganz gut und ermutigend. Es waren so einige biblische Wahrheiten als auch gute wissenschaftliche Erkenntnisse dabei. Doch empfand ich es als zu wenig aus der biblischen Sicht betrachtet und mehr als Michaels Meinung, was ich für schwierig halte."

 

"Es ist aufgefallen, dass viele verschiedene Leute mit unterschiedlichen Geschichten, Hintergründen da waren. Deshalb ist es mir persönlich wichtig 😊immer beim Maßstab des Wortes Gottes zu sein, weil Eindrücke, Meinungen, Gedankengut gibt es ja viele verschiedene. Humanistisches Gedankengut sowie "Hauptsache es tut mir gut" schließt meiner Meinung nach  leider des Öfteren die biblischen Prinzipien von Gottesliebe, Selbstliebe und Nächstenliebe aus. 

Da gar nicht soviel Zeit war, hätte man bestimmt noch weiter reden können, deshalb ist ein weiterer Termin sicher auch interessant. Themen wie Selbstbefriedigung, Pornografie vs gesunde gottgewollte Freundschaften, Beziehungen,Sexualität würden mir einfallen, weil ich weiß dass das wichtige Themen sind, die nur manchmal ehrlich angesprochen werden. 

Und ich fänd es einfach gut nicht nur diesen Dingen so viel Aufmerksamkeit zu widmen, sondern immer wieder auf 😊Jesus zu kommen, der durchaus helfen kann in all dem zu ‚Überwinden‘ .Auch wenn nicht immer alles einfach ist. Aber ich kenne persönlich zumindest einen jungen Mann, der seine ‚Pornosucht‘ mit Gott überwunden hat, auch wenn die Wurzeln, Versuchungen bleiben können."

 

"Das Thema hat viele angesprochen und daher waren auch ca. 30 Personen dabei. Darüber hinaus beeindruckt mich der Mut von Team von HAG auch besonders herausfordernde Inhalte anzusprechen und zu thematisieren.  Der Vortrag vom Michael war sehr interessant. Seine Offenheit und Ehrlichkeit fand ich sehr beeindruckend. Nach seinen Ausführungen fühlte ich mich ermutigt, zum Teil bestätigt und gleichzeitig fühlte ich mich auch ermahnt, im positivsten Sinne des Wortes. 

Die anregende Podiumsdiskussion im Anschluss und der Austausch nach dem Vortrag, fand ich besonders spannend. Auch wenn Meinungen und Ansichten sich zu einem bestimmten Aspekt diametral gegenüberstanden, war die Diskussion von Wertschätzung und Respekt geprägt, das hat mir am sehr gut gefallen. Besonders wertvoll fand ich die Erinnerung daran, dass der Herr Jesus Gott ist und gleichzeitig vollständig Mensch war und er dadurch die Bandbreite sämtlicher Emotionen kennt, dazu gehört auch die Einsamkeit und wie er mit ihr umging. Auch daran dürfen wir erkennen, dass wir mit und in IHM das beste Vorbild haben und immer wieder von IHM lernen dürfen. Ist das nicht cool?"


Infos zum Vortragenden: Michael Bozanovic, ESSP®

Michael Bozanovic (Jahrgang 1985) ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Der studierte Theologe und Sexualpädagoge ist seit 2009 als Jugendreferent des Bundes Evangelikaler Gemeinden, seit 2014 als Religionslehrer der Freikirchen in Österreich und seit 2019 als Entwicklungssensibler Sexualpädagoge für das Weisse Kreuz Österreich tätig. 

 

Er hält sexualpädagogische Workshops in Teenie- und Jugendgruppen und Schulen, sowie Workshops für Eltern zum Thema Sexualerziehung. Außerdem bietet er Seminare und Vorträge rund ums Thema Geschlechtlichkeit, Sexualität und Beziehung an. Zudem berät und begleitet er Einzelpersonen persönlich und führt (gemeinsam mit seiner Frau) Paare in die Ehevorbereitung.  

 

Nähere Informationen zu ihm und seiner Arbeit auf sex-is-more.com.

Wir sind dankbar, dass er auch die HAG-Gruppe in Kärnten unterstützt.

Bild: http://www.sex-is-more.com


HAG-@dvent für dich: Impuls #2 (für die 2. Adventwoche)

#2: Warten auf... den König der Juden

Video zum Nachschauen:

Anmerkung: Video wurde separat zur Veranstaltung aufgenommen.

Andacht (von Cornelia) zum Nachlesen für dich:

Lied: Stern über Bethlehem

Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg,

Führ uns zur Krippe hin, zeig wo sie steht,

Leuchte du uns voran, bis wir dort sind,

Stern über Bethlehem, führ uns zum Kind. 

 

[Lesen: Matthäus 2, 1-12; Hoffnung für Alle]

Die Geburt des Täufers Johannes wird angekündigt

1 Jesus wurde in Bethlehem geboren, einer Stadt in Judäa. Herodes war damals König. Da kamen einige Sterndeuter aus einem Land im Osten nach Jerusalem 2 und erkundigten sich: »Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind aus dem Osten hierhergekommen, um ihm die Ehre zu erweisen.« 3 Als König Herodes das hörte, war er bestürzt und mit ihm ganz Jerusalem. 4 Er rief die obersten Priester und die Schriftgelehrten des jüdischen Volkes zusammen und fragte sie: »Wo soll dieser versprochene Retter denn geboren werden?« 5 Sie antworteten: »In Bethlehem in Judäa. So heißt es schon im Buch des Propheten: 6 ›Bethlehem, du bist keineswegs die unbedeutendste Stadt in Juda. Denn aus dir kommt der Herrscher, der mein Volk Israel wie ein Hirte führen wird.‹« 7 Daraufhin ließ Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich kommen und fragte sie aus, wann sie den Stern zum ersten Mal gesehen hätten. 8 Anschließend schickte er sie nach Bethlehem: »Erkundigt euch genau nach dem Kind«, sagte er, »und gebt mir Nachricht, sobald ihr es gefunden habt. Ich will dann auch hingehen und ihm die Ehre erweisen.«

9 Nach diesem Gespräch gingen die Sterndeuter nach Bethlehem. Derselbe Stern, den sie schon beobachtet hatten, als er am Himmel aufging, führte sie auch jetzt. Er blieb über dem Haus stehen, in dem das Kind war. 10 Als sie das sahen, kannte ihre Freude keine Grenzen. 11 Sie betraten das Haus, wo sie das Kind mit seiner Mutter Maria fanden, fielen vor ihm nieder und ehrten es wie einen König. Dann packten sie ihre Schätze aus und beschenkten das Kind mit Gold, Weihrauch und Myrrhe. 12 Im Traum befahl ihnen Gott, nicht mehr zu Herodes zurückzugehen. Deshalb wählten sie für ihre Heimreise einen anderen Weg.

 


Beim Lesen des Textes kam mir folgende Frage in den Sinn 

„Wie reagiere ich auf das Kommen des Messias?“. 

Lies noch einmal den Text und überlege dir wie die einzelnen Personen auf das Kommen des Königs reagieren. Überlege dir auch wie du gerade in diesem Moment dazu stehst. 

Ich habe eine Gegenüberstellung der Weisen und König Herodes gemacht mit Eigenschaften, die mir zu ihnen eingefallen sind. 

 

WEISEN:

- suchend

- nehmen weiten Weg auf sich

- nehmen Strapazen auf sich

- folgen hoffnungsvoll und in Freude

- hören auf Gott

- folgen Gott

- gehorchen Gott

- bringen Geschenke zu huldigen

- glauben das Wort und handeln danach

HERODES:

- Angst

- Machtverlust

- Kontrollverlust

- berechnend

- abwartend

- ablehnend

- hinterhältig 


Wo siehst du dich?

Mit welcher Herzenshaltung wartest du auf den König?

 

Wir leben in Zeiten, in der wir Zugang zu allen möglichen Informationen haben. Wir haben viel theologisches Wissen über Jesus, über die Bibel, viele Interpretationen. Man kann nicht behaupten, dass wir nichts wüssten...

Aber was mache ich mit diesen Informationen? Wie reagiere ich darauf?

Bin ich offen dafür und mache mich wie die Sterndeuter auf die Suche nach Jesus? Nehme ich Strapazen in Kauf um ihn kennenzulernen? Beschenke ich ihn?

Oder habe ich Angst was passiert, wenn ich Jesus kennenlerne? 

 

Wir erwarten oft, dass Gott nach uns sucht, sich erklärt, seine Existenz beweist und uns Geschenke macht. Auch in der Bibel können wir darüber lesen: 

[Lesen: Matthäus 12, 39-40; Hoffnung für alle]

 Da fingen einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern an und sprachen zu ihm: Meister, wir möchten gern ein Zeichen von dir sehen…

 

[Lesen: Markus 8, 11-12; Hoffnung für alle]

Die Pharisäer kamen zu Jesus und fingen mit ihm ein Streitgespräch an. Sie wollten ihn auf die Probe stellen und verlangten von ihm ein Wunder als Beweis dafür, dass Gott ihn gesandt hatte… 


Doch wenn wir wirklich weise sind, dann suchen wir nach ihm und suchen und beten ihn nicht wegen den Dingen, die er uns schenken kann an, sondern um seiner Selbst willen. 

[Lesen: 2. Chronik 15, 2b; Hoffnung für alle]

Der HERR ist mit euch, weil ihr mit ihm seid; und wenn ihr ihn sucht, wird er sich von euch finden lassen. Werdet ihr ihn aber verlassen, so wird er euch auch verlassen.

 

[Lesen: Matthäus 7, 7; Hoffnung für alle]

Bittet, so wird euch gegeben;

suchet, so werdet ihr finden;
klopfet an, so wird euch aufgetan.


Nehmen wir uns in den nächsten paar Wochen und gezielt diese Woche Zeit darüber nachzudenken. 

Reflexionsfragen:

  • Wo siehst du dich? (Sterndeuter / Herodes)

  • Mit welcher Herzenshaltung wartest du auf den König?

  • Wie reagiere ich auf das Kommen des Messias?
  • Wie gestaltet sich mein Weg des Suchens?
  • Wie kann ich Jesus in den nächsten Tagen näher kommen und welchen Weg muss ich gehen? 

In diesem Sinne möge dich dieser Segen durch die 2. Adventwoche begleiten:

„Der Gott der Hoffnung aber erfülle dich mit 

aller FREUDE und FRIEDEN im Glauben, 

dass du immer reicher wirst an Hoffnung 

durch die Kraft des Heiligen Geistes.“ 

(Römer 15,13)


Gesegnete Adventszeit!

Impuls #2 verfasst von Cornelia Leitner


HAG-@dvent für dich: Impuls #1 (für die 1. Adventwoche)

#1: Warten auf... ein Kind – Zacharias und Elisabeth

Video zum Nachschauen:

Anmerkung: Video wurde separat zur Veranstaltung aufgenommen.

Andacht (von Verena) zum Nachlesen:

Wir beginnen die Adventszeit mit einer Vorgeschichte, die sich im Warten auf Jesu Geburt zugetragen hat.

 

[Lesen: Lukas 1, 5-25; Gute Nachricht]

Die Geburt des Täufers Johannes wird angekündigt

5 Zu der Zeit, als König Herodes über das jüdische Land herrschte, lebte ein Priester namens Zacharias, der zur Priestergruppe Abija gehörte. Auch seine Frau stammte aus einer Priesterfamilie; sie hieß Elisabet. 6 Beide führten ein Leben, das Gott gefiel; sie richteten sich in allem nach den Geboten und Anweisungen des Herrn. 7 Sie waren aber kinderlos, denn Elisabet konnte keine Kinder bekommen; außerdem waren sie auch schon sehr alt.

8 Einmal hatte Zacharias wieder Dienst am Tempel in Jerusalem, weil die Priestergruppe, zu der er gehörte, gerade an der Reihe war. 9 Es war unter den Priestern üblich, die einzelnen Dienste durch das Los zu verteilen. An einem bestimmten Tag fiel Zacharias die Aufgabe zu, das Räucheropfer darzubringen. So ging er in das Innere des Tempels, 10 während das ganze versammelte Volk draußen betete.

 


11 Da erschien ihm plötzlich der Engel des Herrn. Der Engel stand an der rechten Seite des Altars, auf dem der Weihrauch verbrannt wurde. 12 Als Zacharias ihn sah, erschrak er und bekam große Angst. 13 Aber der Engel sagte zu ihm: »Hab keine Angst, Zacharias! Gott hat dein Gebet erhört. Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären, den sollst du Johannes nennen. 14 Dann wirst du voll Freude und Jubel sein, und noch viele andere werden sich freuen über seine Geburt. 15 Denn er ist vom Herrn zu großen Taten berufen. Als Gottgeweihter wird er keinen Wein und auch sonst keinen Alkohol trinken. Schon im Mutterleib wird der Geist Gottes ihn erfüllen, 16 und er wird viele aus dem Volk Israel zum Herrn, ihrem Gott, zurückführen. 17 Er wird dem Herrn als Bote vorausgehen, im gleichen Geist und mit der gleichen Kraft wie der Prophet Elija. Seine Aufgabe wird es sein, das Herz der Eltern den Kindern zuzuwenden und alle Ungehorsamen auf den rechten Weg zurückzubringen. So wird er dem Herrn ein Volk zuführen, das auf sein Kommen vorbereitet ist.« 

18 Zacharias sagte zu dem Engel: »Woran soll ich erkennen, dass es wirklich so kommen wird? Ich bin doch ein alter Mann, und meine Frau ist auch schon in vorgeschrittenen Jahren.« 19 Der Engel antwortete: »Ich bin Gabriel, der vor Gottes Thron steht. Gott hat mich zu dir gesandt, um dir diese gute Nachricht zu bringen. 20 Was ich gesagt habe, wird zur gegebenen Zeit eintreffen. Aber weil du mir nicht geglaubt hast, wirst du so lange stumm sein und nicht mehr sprechen können, bis es eingetroffen ist.« 

21 Das Volk wartete draußen auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. 22 Als er schließlich herauskam, konnte er nicht zu ihnen sprechen. Da merkten sie, dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte. Er gab ihnen Zeichen mit der Hand und blieb auch weiterhin stumm. 23 Als seine Dienstwoche im Tempel beendet war, ging Zacharias nach Hause. 24 Bald darauf wurde seine Frau Elisabet schwanger und zog sich fünf Monate lang völlig zurück. 

Sie sagte: 25 »Das hat der Herr an mir getan! Wegen meiner Kinderlosigkeit haben mich die Leute verachtet; aber er hat sich um mich gekümmert und die Schande von mir genommen.«

Der Evangelist Lukas berichtet uns von Zacharias, einem Priester und seiner Frau Elisabet, die auch aus einer Priesterfamilie stammte (v5). 

Sie führten ein gottgefälliges Leben und richteten sich in allem nach den Geboten und Anweisungen des Herrn (v6).

Man könnte meinen, sie hätten ein perfektes, helles, friedliches, freudiges Leben. Sie machen alles richtig.

Da muss ja alles in Ordnung sein. Wunschlos glücklich. 

 

Wunschlos glücklich?

Sie waren kinderlos und alt (v7). Damals galt es als Schande keine Nachkommen zu haben; auch heute herrscht nach wie vor Druck vor: 

Woran liegt es, dass du noch keinen Mann/keine Frau hast?

Das ändert sich übrigens wenig, wenn man dann verheiratet ist…

Woran liegt es, dass ihr noch keine Kinder habt?

Ist eines da, geht das Fragen weiter:

Woran liegt es, dass ihr nur ein Kind habt? Wollt ihr mehr?

Wenn man das wüsste! Es frustriert, macht traurig. Es ist wie eine Finsternis, die einen umgibt. Man weiß ja selber nicht, woran es liegt!!!

Das erleben wir auch persönlich als kinderloses Paar. Es hat einfach noch nicht „funktioniert“ mit dem Kinder kriegen. Auch wenn wir noch „jung“ genug sind, rein medizinisch gesehen.

 

Zacharias sagt (v18) von sich selbst, dass Elisabet und er schon im fortgeschrittenen Alter sind. Da ist es wohl verständlich, dass es nicht mehr klappt. Die Chance auf Nachwuchs geht gegen Null: Der Zug ist bereits abgefahren. 

 

Es ist Wehmut aus diesen Versen herauszuhören. Die Sehnsucht schwingt (noch) mit, aber Zacharias und Elisabet müssen ihren Traum wohl vollends begraben...

 

Wäre da nicht Gott. Der hat anderes vor. Er schickt in diese Phase einen Engel: der verkündet, dass Gott sein Gebet gehört und erhört hat (v13).

Auch der Name „Zacharias“ zeugt davon: „JHWH hat sich erinnert“ (hebr.)!

Er sagt ihm großen Jubel und Freude voraus, wenn dann ihr KIND – JOHANNES – geboren sein wird; außerdem werden sich viele weitere mit ihnen freuen werden. 

Was für eine Zusage! Kann das wahr sein??? 

 

Wenn uns das passieren würde, würde ich am liebsten gleich in die Welt hinausrufen: 

Wir sind endlich schwanger! 

Der Herr hat Gnade walten lassen!

Stattdessen kann sich Zacharias das beim besten Willen eher nicht vorstellen, dass so etwas passieren sollte. Wie auch? Alle Fakten sprechen doch dagegen!!! Da macht der Engel Zacharias stumm. Sprachlos bleibt er bis das Kind da ist…

 

Das Volk hat längst mitbekommen (v21), dass hier im Tempel irgendwas vorgefallen sein muss. Es dauert einfach schon zu lange, dass Zacharias drinnen ist. Als er schließlich herauskam, konnte er sich aber nicht mitteilen…

 

Als Zacharias seine Tempelwoche beendet hatte und heimkommt, wird Elisabet bald darauf schwanger (v24). Der Name Elisabet bedeutet übrigens „Gott ist Fülle“ (hebr.).

 

Ich muss schmunzeln: jeder geht anders mit so einer Nachricht um:

Der Mann ist stumm (gemacht), die Frau spricht darüber:

„Das hat der Herr an mir getan!

Wegen meiner Kinderlosigkeit haben mich die Leute verachtet;

Aber er hat sich um mich gekümmert

Und die Schande von mir genommen.“ (v25)

 

Zwischenzeitlich hatte der Engel Gabriel einen weiteren Auftrag bekommen und verkündet Maria, dass sie Mutter von Jesus werden wird.

Wir hören darüber im Adventimpuls #3 (am 16. Dezember)…

Maria macht sich schließlich von Nazaret, in Galiläa, ins Bergland von Judäa auf und kehrt auch bei Zacharias und Elisabet ein.

 

[Lesen: Lukas 1, 41-45; Gute Nachricht]

41 Als Elisabet ihren Gruß hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde sie vom Geist Gottes erfüllt 42 und rief laut: »Gesegnet bist du von Gott, auserwählt unter allen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes! 43 Wie komme ich zu der Ehre, dass die Mutter meines Herrn mich besucht? 44 Ja, das bist du; denn in dem Augenblick, als dein Gruß an mein Ohr drang, machte das Kind einen Freudensprung in meinem Leib. 45 Du darfst dich freuen, denn du hast geglaubt, dass sich erfüllen wird, was der Herr dir ankündigen ließ.«


 

 Das Kind Mariens (JESUS) ist noch nicht mal geboren, schon weiß Elisabet, dass Maria auch ein „besonders Kind“ erwartet und nennt sie „die Mutter meines Herrn“ (v43). Das erkennt Elisabet eindeutig an der Reaktion ihres „besonderen Babys“ (JOHANNES), der einen Freudensprung in ihrem Leib macht. Das reißt eine Schwangere glaube ich ganz schön um, das spürt man gewaltig! Das bleibt nicht verborgen.

 

Bereits davor, im Vers 15, sagt der Engel Zacharias zu, dass Johannes „schon im Mutterleib mit dem Geist Gottes erfüllt werden wird“.

Johannes und Jesus haben also quasi schon von Mutterleib zu Mutterleib eine ganz einzigartige Beziehung.

Diese Freude spricht Elisabet auch Maria zu; auch weil Maria geglaubt hat und sich erfüllen wird, was der Herr ihr ankündigen ließ (v45).

 

Schließlich ist das erste Kind da: Johannes wird geboren (v57). Die Freude ist schier unendlich, das ganze Dorf gratuliert und feiert mit; denn Gottes Erbarmen wurde sichtbar in diesem kleinen Geschöpf. Staunen vertreibt die Schande.

 

Auch Zacharias ist nicht mehr stumm, sondern erlangt seine Stimme zurück (v64). Im Benedictus (Lobgesang des Zacharias) preist der „alte Jungvater“ sogleich Gott, als Zuhilfe-Kommer, als Befreier, als Retter. 

Und in den letzten Versen spricht er auch von den Aufgaben seines Sohnes:

 

[Lesen: Lukas 1, 76-77; Gute Nachricht]

76 Und du, mein Kind – ein Prophet des Höchsten wirst du sein; du wirst dem Herrn vorausgehen, um den Weg für ihn zu bahnen. 77 Du wirst dem Volk des Herrn verkünden, dass nun die versprochene Rettung kommt, weil Gott ihnen ihre Schuld vergeben will.


 Es wird ihm dabei bewusst, dass Johannes ein Prophet ist, der dem Herrn den Weg bahnen wird; also Jesu Kommen und Wirken vorbereitet; ihm quasi zuarbeitet, schon mal die Straßen reinigt bzw. die Gedanken und Herzen der Menschen auf Gott hin ausrichtet. Wie gesagt, Johannes und Jesus haben von Anfang an eine einzigartige Beziehung, auch weil sie zusammen alles dransetzen, ihren „göttlichen“ Auftrag umzusetzen.

 

Zacharias endet sein Loblied mit uns „adventlich“ / „weihnachtlich“ anmutenden Gedanken:

[Lesen: Lukas 1, 78-79; Gute Nachricht]

78 Unser Gott ist voll Liebe und Erbarmen; er schickt uns den Retter, das Licht, das von oben kommt. 79 Dieses Licht leuchtet allen, die im Dunkeln sind, die im finsteren Land des Todes leben; es wird uns führen und leiten, dass wir den Weg des Friedens finden.«


Jesus ist das Licht, dass in der Finsternis leuchtet; 

allen, die im Dunkeln sind. Und damit sind wir alle gemeint.

Er wird uns den Weg des Friedens zeigen, vorleben und selbst finden lassen.

Es erfüllt sich was Jesaja schon im 8. Jh. v. Christus angekündigt hat: 

„Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben,

und die Herrschaft ist auf seiner Schulter;

und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst;“ ( (Jesaja 9,5)

Reflexionsfragen:

  • Was „erwartest“ du dir von der Adventszeit?
  • Was hat dich an der Bibelstelle angesprochen / was verunsichert?
  • Wo/wem gebe ich Licht/Frieden/Freude/Jesus weiter?

In diesem Sinne möge dich dieser Segen durch die 1. Adventwoche begleiten:

„Der Gott der Hoffnung aber erfülle dich mit 

aller FREUDE und FRIEDEN im Glauben, 

dass du immer reicher wirst an Hoffnung 

durch die Kraft des Heiligen Geistes.“ 

(Römer 15,13)


Gesegnete Adventszeit!

Impuls #1 verfasst von Verena Schnitzhofer