Gründonnerstag - Andacht

Am Gründonnerstag beginnt die Zeit des Leidens Jesu. Eine Nacht in der wohl jegliche menschliche Emotionen zum Vorschein kommen. Der Abend beginnt noch fröhlich und die Jünger denken sich nichts, als das gemeinsame Mahl beginnt. Dann überrascht sie Jesus mit der Nachricht, dass ihn einer von ihnen verraten würde. (Matthäus 26,21ff) Die Jünger werden traurig und fragen „Bin ich es etwa, Herr?“

 

Ich finde es erstaunlich, dass sie sich nicht gegenseitig beschuldigen, sondern Angst haben selbst der Verräter zu sein? Uns geht es wahrscheinlich oft genauso. Wir sind uns einer Sache ganz sicher, aber wenn sie auf dem Prüfstand steht, beginnen wir an uns und unseren Überzeugungen zu zweifeln. Diese Situation ist heute genauso relevant wie zu Jesu Zeiten. Wie weit gehe ich für Jesus? Wie verhalte ich mich, wenn mein Glaube angegriffen wird, wenn mir vielleicht sogar mit dem Tod oder Folter gedroht wird? 

Bin ich bereit alles für Jesus zu riskieren? 

 

Obwohl die Jünger Jesus kannten, überkamen auch sie Zweifel und die Angst lähmte sie. 

 

Jesus kennt unsere Grenzen und auch unsere tiefsten Ängste, aber er lädt uns trotzdem an seinen Tisch ein. Ich darf so kommen wie ich bin, muss aber nicht so bleiben wie ich bin. Jesus gibt uns die Chance uns zu verändern und unsere Sünden, unsere Ängste, unsere Fehler hinter uns zu lassen. In Brot und Wein können wir Jesus erfahren und ihm nahe sein. Er meint es gut mit uns und durch das Abendmahl will er uns stärken und uns erinnern, dass er immer bei uns ist, damit wir ihn in voller Zuversicht loben und preisen können. 

 

Zum Nachlesen:

Matthäus 26, 20 – 75

Johannes 13

Lukas 22, 14 – 65

Markus 14,17-52

 

April 2020 (c) Cornelia Leitner

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