Buchvorstellung: EINZELSTÜCK. Solo leben. Und zwar glücklich

Tina Tschage, Einzelstück. Solo leben. Und zwar glücklich, Holzgerlingen 2017. (ISBN 978-3-7751-5678-3)

Tina Tschage ist ein sehr umtriebiger Single. Sie ist Pastorin, Journalistin, Coach, Vortragende und lebt in der christlichen Lebensgemeinschaft Segensreich in München.

 

Das Buch von ihr ist für mich eine Wohltat für die Seele. Sie erarbeitet mit vielen Bibelstellen einen Leitfaden für christliche Singles, damit wir zwar allein aber niemals einsam glücklich leben können. Auch in unserer Glaubensgemeinschaft. Allerdings wird sie auch teilweise sehr energisch, wenn sie zu Recht darauf hinweist, dass viele von uns Singles auch mal einen Tritt in unser Hinterteil brauchen um aus unserem Selbstmitleid rauszukommen.

 

Aber es ist nun mal unser Leben und niemand sonst kann uns da rausziehen. Sie schreibt sehr persönlich von ihrem Weg, gibt aber auch Freunden und Bekannten Raum aus ihrem Leben zu berichten. Und immer wieder findet der Glaube an Jesus Christus seinen Platz. Genauso wie Bibelstellen zitiert und deren praktische Relevanz für uns Singles beschrieben wird.

 

Mir gefällt auch, dass viel Positives hervorgehoben wird, was wir Singles leider nicht immer schätzen können. Aber sie spart auch das Negative nicht aus. Und was mir sehr gefällt, ist, dass sie keine Ausflüchte bedient à la vielleicht will Gott ja, dass du Single bleibst. Sie beschreibt aber sehr genau und sehr gut die Gabe der Ehelosigkeit und, dass Singlesein auch ohne diese Gabe seinen Wert hat. Manches ist einfach so. Und mit Gott ist es gut so. Das darf man auch leben und gegenüber Miesmachern verteidigen!

 

In einem Großteil des Buches entlarvt sie einige wirklich große Miesmacher (Einsamkeit, Zweifel, Sex, die biologische Uhr, ...) und wie wir Ihnen mit Gott begegnen können. Man merkt, dass es Tina Tschage ein großes Anliegen ist, unsere Beziehung zu Gott zu stärken. Er kann uns helfen die Herausforderungen von uns Singles mit seiner Gnade zu meistern.

 

Ein gutes Bild, das im Buch immer wieder vorkommt, ist das Warten am Bahnhof. Verspätet sich der Zug, können wir entweder stur und verärgert am Bahnsteig warten oder wir sehen uns in der Gegend um. Im Café was lesen oder sich mit anderen unterhalten und die Stadt erkunden, bis der Zug einfährt. Man muss nicht das Leben anhalten bis ein Partner kommt. Wir dürfen es auch ohne Partner genießen und die Zeit, die wir haben, sinnvoller nutzen als mit warten.

 

Darum spoiler ich mal und verrate, dass gegen Ende des Buches der brasilianische Erzbischof Dom Helder Camara zitiert wird:

„Sag Ja zu den Überraschungen, die deine Pläne durchkreuzen, deine Träume zunichtemachen, deinem Tag eine ganz andere Richtung geben - ja vielleicht deinem Leben. Sie sind nicht Zufall. Lass dem himmlischen Vater die Freiheit, deine Tage zu bestimmen.“

 

Das trifft den Ton des Buches sehr gut. Gott sei Dank zeigt es uns, dass alles möglich sein kann: auch als Einzelstück ein passendes Gegenstück zu finden und wenn nicht, kann man trotzdem einzigartig glücklich sein.

 

Link zur Buchautorin und zur Buchbestellung: https://solo-leben.de

 

Für uns gelesen von Barbara Hauer, christliche Lebens- und Sozialberaterin i. A. © Jänner 2018.

Kontakt: barbara.hauer@gmail.com.